
Die DP World Tour sollte demnach zerstört werden – so zumindest die Einschätzung von Tour-Chef Guy Kinnings, der von Insidern erfuhr, LIV Golf hätte über 7 Milliarden US-Dollar dafür lockergemacht. Ein knallharter Vorwurf, der zeigt, wie weit der Kampf um die Vorherrschaft im Profigolf wirklich ging und welche Narben er hinterlässt. Was lange wie ein offener Schlagabtausch wirkte, war hinter den Kulissen offenbar ein gnadenloser Krieg.
Kinnings spricht von einer gezielten Strategie, die europäische Tour komplett aus dem Spiel zu nehmen. Der Plan? So viel Kohle auf den Tisch legen, dass die DP World Tour nicht mehr mithalten kann. LIV soll mit diesem Ziel über 7 Milliarden US-Dollar verpulvert haben, so die Informationen des Tour-Bosses. Die DP World Tour hatte ohnehin schon mit Pandemie, Krieg und einem Einbruch der Medienrechte zu kämpfen, während sie versuchte, ein nachhaltiges Business aufzubauen.
Der Faustkampf der Touren
Jetzt zieht die DP World Tour die Daumenschrauben an: Spieler, die 2027 auf der geplanten LIV 2.0-Tour am Start sein wollen, müssen sich entscheiden. Keine Doppelmitgliedschaft mehr. Stars wie Jon Rahm, Tyrrell Hatton und Sergio García hatten ja bereits die Segel gestrichen oder überlegen einen Absprung von LIV. Die finanzielle Zukunft von LIV ist zudem ungewiss, das Public Investment Fund soll die Langzeitfinanzierung über 2026 hinaus beendet haben, und LIV durchläuft Chapter 11 Insolvenzverfahren. Die Gerüchte um eine abgespeckte LIV-Version mit weniger Prizegeld und Spielerbeteiligung kursieren bereits.
Ryder Cup und die Zukunft
Für 2027 will die DP World Tour ihre treuen Mitglieder schützen. Kinnings macht klar: Wer früher abgewandert ist, muss sich warm anziehen, wenn er wieder rein will. Diese Membership-Regeln haben auch krasse Auswirkungen auf den Ryder Cup: Wer nicht DP World Tour-Mitglied ist oder die Teilnahmeanforderungen nicht erfüllt, kann in Zukunft nicht als europäischer Kapitän oder Vize-Kapitän das Team anführen. Der Machtkampf hat das Golf-Ökosystem komplett auf den Kopf gestellt und die Weichen für eine neue Ära gestellt.

