
Die Ryder Cup Kapitänsbinde war zum Greifen nah, doch Lee Westwood ignorierte offenbar alle Warnsignale und zog den LIV Golf-Deal durch – ein Move, der ihn nun teuer zu stehen kommt, wie die jüngsten Entwicklungen brutal zeigen. Schon vor seinem Wechsel zu LIV im Jahr 2022 wurde ihm hinter vorgehaltener Hand klar gemacht: Der Traum von der europäischen Kapitänswürde könnte platzen. Und genau das ist passiert.
Paul McGinley, selbst einst Captain des europäischen Ryder Cup Teams, haut jetzt in dieselbe Kerbe und prophezeit, dass Westwood und Ian Poulter ihre Entscheidung massiv bereuen werden. McGinley betont, dass Berater den Spielern hätten einbläuen müssen, die DP World Tour "auf die richtige Art" zu verlassen, ohne Porzellan zu zerschlagen. Immerhin hatte Westwood mit 24 Einsätzen eine mehr als solide Bilanz und war ein heißer Kandidat für das Kapitänsamt.
Die bittere Quittung
Die Fronten waren verhärtet, und nun zeigt sich, wer am längeren Hebel sitzt. Während Martin Kaymer und Westwood Stand heute (3.11.2026) noch keine neuen Pläne verkündet haben, suchen Sergio Garcia, Poulter und Graeme McDowell nach den mutmaßlichen Pleite-Meldungen von LIV Golf bereits fieberhaft den Rückweg auf die DP World Tour. Eine richtig verfahrene Situation, die zeigt, wie schnell sich das Blatt wenden kann.
Vertrauen ist keine Einbahnstraße
McGinley, dessen halbes 2014er Gleneagles-Team zu LIV abwanderte, beschreibt das Verhalten als "herzzerreißend" und "kurzsichtig". Es ging nicht nur um eine formale Zusage, sondern um das Vertrauen und den Respekt gegenüber den europäischen Golf-Instanzen. Wer diesen Pfad verlässt und die Brücken hinter sich abreißt, dem wird die Tür zum größten Team-Event im Golf eben nicht wieder aufgemacht.


