
Ein echter Aufschrei geht gerade durch die Golf-Community, denn auf den historischen East Potomac Golf Links in Washington D.C. sollen mehr als 60 Bäume dran glauben – und das, obwohl ein Rechtsstreit das geplante Redesign des öffentlichen Platzes eigentlich blockieren soll. Die Stimmung kocht hoch, besonders weil die Entfernung eines Kirschbaums, der auf dem Gelände stand, die Emotionen nochmals verstärkt hat. Der Schlagabtausch zwischen der Regierung, die von routinemäßigen Pflegearbeiten spricht, und den Gegnern, die hier die Vorbereitung einer umfassenden Neugestaltung sehen, läuft auf Hochtouren.
Das Innenministerium behauptet, es handle sich um ganz normale Instandhaltung, und spricht von selektiver Entfernung gefährlicher, invasiver und sterbender Bäume, die nicht mehr zu retten waren. Doch die Tatsache, dass ein Kirschbaum unter den gefällten Bäumen war, hat die Kritiker erst richtig auf den Plan gerufen, denn das Gelände ist ein geschütztes historisches Parkland. Die US-Bezirksrichterin Ana C. Reyes hatte sogar klargestellt, dass sie vorab informiert werden wollte, bevor mehr als zehn Bäume gefällt oder schweres Gerät auf das Gelände gebracht wird.
Baum-Debakel oder Routine-Schnitt?
Der Baumfäll-Skandal dreht sich um die Frage, was wirklich hinter den Kettensägen steckt. Die Verantwortlichen des Unternehmens RTEC Treecare haben sich kürzlich zu Wort gemeldet und vehement bestritten, Kirschbäume am East Potomac Park Golf Course entfernt zu haben. Sie betonen, dass ihre Arbeit auf Bäume beschränkt war, die vom National Park Service als gefährlich eingestuft wurden. Ein Statement, das die Gemüter weiter erhitzt, denn die Kritik geht ja genau in die Richtung, dass hier Fakten geschaffen werden, noch bevor die Planung überhaupt abgeschlossen ist.
Kampf um die Zukunft des Grüns
Die Kontroverse geht über die bloße Baumpflege hinaus: Kritiker befürchten, dass die Maßnahmen den öffentlichen Zugang zu den drei Grüns und dem beliebten Freizeitpfad auf dem Gelände einschränken könnten. Die Administration hat bis dato weder einen fertigen Entwurf, noch einen Bauplan oder gar die geschätzten Kosten für die Renovierung des Golfplatzes veröffentlicht. Doch die Gegner sind bereits vor Gericht gezogen, um das Redesign zu stoppen, und argumentieren, dass das Projekt ohne die vorgeschriebenen Prüfverfahren nicht voranschreiten darf. Das ist ein ernstes Duell um die Zukunft eines legendären Spots.


