
Nonstop Team-Golf: Wenn Ryder und Presidents Cup die US-Stars an die Grenzen bringen.
Das jährliche Hin und Her zwischen Presidents und Ryder Cup mutiert für die Elite des US-Golfsports zunehmend zum mentalen Marathon. Scottie Scheffler, Xander Schauffele, Collin Morikawa und Patrick Cantlay sind bereits das sechste Jahr in Folge am Start bei einem dieser Team-Events – ein Dauereinsatz, der langsam Spuren hinterlässt. Es ist nicht nur ein Turnier, es ist ein Kreislauf, der fordert.
Dieses kontinuierliche Team-Event-Cycling nagt an den Nerven. Jedes Jahr müssen sich die Jungs neu kalibrieren: andere Kapitäne, neue Pairings, abweichende Locations und ein komplett anderer Match-Rhythmus. Während Europa und die USA sich im Ryder Cup duellieren, geht es im Presidents Cup gegen den Rest der Welt. Beide Wettbewerbe fordern höchste Konzentration, aber eben auf unterschiedliche Art und Weise.
Die aktuelle Hürde: Medinah Country Club
Gerade in dieser Woche ist der Presidents Cup im Medinah Country Club nahe Chicago das Thema auf den Fairways. Die US-Boys wollen ihre beeindruckende Dominanz ausbauen, nach 15 Ausgaben steht die Bilanz bei einem krassen 13-1-1. Ziel ist der elfte Sieg in Folge – eine Ansage, die den Druck noch erhöht. Alleine heute, am Donnerstag, stehen fünf Fourball-Matches auf dem Programm, gefolgt von Foursomes am Freitag, einem Mix-Tag am Samstag und zwölf Singles-Matches am Sonntag. Die 30 Matches über vier Tage, mit einem besonders dichten Samstag, sind ein Hammer-Programm.
Ein Luxusproblem?
Es ist ein Fluch und Segen zugleich: Die Top-Spieler der USA sind so gut, dass sie immer gesetzt sind. Aber dieser Dauer-Ritt auf der Team-Welle zehrt. Justin Thomas fasste es kürzlich treffend zusammen: "Weihnachten fühlt sich ja schon besonders an, aber stellt euch vor, wie viel spezieller es wäre, wenn es nur alle zwei Jahre stattfände?" Das ist der Kern des Problems. Die Vorbereitung leidet, die Erwartungshaltung ist immens und die psychische Belastung läuft auf Hochtouren.


