
Die Irish Open auf dem Doonbeg-Course der Trump Organization liefert feinsten Golfsport, aber Donald Trump sorgt am Rande des Grüns mit überraschenden politischen Ansagen für den wahren Paukenschlag, der ganz Irland in Aufruhr versetzt. Sein zweitägiger Irland-Besuch, der am Sonntag seinen Höhepunkt fand, war nicht nur Business as usual, sondern auch Bühne für seine bekannte Off-The-Cuff-Diplomatie, die mal wieder ordentlich für Furore sorgte.
Was war passiert? Trump erwischte am Samstag nicht nur seine irischen Gastgeber, sondern auch das benachbarte UK komplett auf dem falschen Fuß. Er wagte sich in politisches Minenfeld und posaunte heraus, er würde sich ein vereintes Irland "wünschen". Damit brach er eiskalt mit Washingtons traditioneller Neutralität in dieser historisch brisanten Frage. Trumps Argument: Die Wiedervereinigung der Republik Irland und des britischen Territoriums Nordirland – nach über einem Jahrhundert der Trennung – würde "sowieso irgendwann passieren".
"Es kann auch jetzt passieren", tönte er bei seinem Treffen mit dem irischen Premierminister Micheal Martin in Dublin. Klar, dass das für ordentlich Gegenwind sorgte. Pro-britische Loyalisten in Nordirland und führende Politiker auf der britischen Insel meldeten sich umgehend zu Wort. Da ging es richtig zur Sache auf dem politischen Grün. UK-Ministerin Angela Rayner kommentierte am Sonntag gegenüber Sky News trocken: "Donald Trump ist Donald Trump, und der Präsident sagt, was er denkt." Gleichzeitig betonte sie die Ernsthaftigkeit des Karfreitagsabkommens von 1998, das den dreißigjährigen Konflikt in Nordirland maßgeblich befriedete. Das Abkommen sieht vor, dass ein Referendum über die irische Einheit stattfinden kann, falls die britische Regierung eine mehrheitliche Zustimmung dort für wahrscheinlich hält. Zusätzlich müssten die Wähler der Republik Irland in einer separaten Abstimmung zustimmen.
Golf-Zirkus trifft Sicherheits-Show
Nur Stunden nach seiner politischen One-Man-Show landete Trump in Doonbeg an der Westküste des Landes. Dort, wo sein eigener Trump Organization-Golfkurs die Irish Open 2026 austrägt – und das mit einem Mega-Aufwand. Der US-Präsident war am Sonntag persönlich beim Turnier am Start – der eigentliche Hauptgrund für die Reise – bevor er noch am selben Tag Richtung Washington abhob. Eventuell übergibt er sogar den Siegerpokal!
Micheal Martin versicherte Trump bereits am Samstag, dass die 784 Anwohner von Doonbeg der Trump Organization "sehr dankbar" für das Investment seien, nachdem der Konzern die Anlage 2014 gekauft hatte. Seine Familie sei dort "herzlich willkommen". In dieser abgelegenen Ecke Irlands begleiteten den US-Präsidenten seine beiden Söhne Eric und Don Jr. Die beiden haben das Familienbusiness in der Hand, seit ihr 80-jähriger Vater 2025 ins Weiße Haus zurückgekehrt ist. Der ehemalige Immobilien-Mogul, der keine Gelegenheit auslässt, seine Unternehmungen zu promoten, schwärmte gegenüber Martin, Doonbeg sei "einer der besten Kurse der Welt". Klingt nach einem starken Investment, das richtig läuft.
Rund 40.000 Fans wurden über das Wochenende beim Turnier erwartet, mit dem sechsfachen Major-Gewinner und aktuellen Weltranglistenzweiten Rory McIlroy als Top-Attraktion. Was für ein Zugpferd! Trumps Anwesenheit sorgte für eine zusätzliche Schicht Komplexität bei den Sicherheitsvorkehrungen. Die kosten Irland angeblich saftige 20 Millionen Euro (umgerechnet 23 Millionen US-Dollar). Der Platz selbst, eingebettet in die rauen Dünen der Küste von County Clare, war in den letzten 18 Monaten bereits zweimal Ziel von pro-palästinensischen Aktivisten. Die Polizei vermeldete, dass am späten Samstag drei Frauen – in ihren 20ern, 30ern und 40ern – vor einem Gericht in Westirland erschienen waren, nachdem sie wegen Hausfriedensbruchs und Störung der öffentlichen Ordnung verhaftet wurden. Insgesamt waren wohl rund 4.000 irische und US-Sicherheitskräfte in die Operation involviert, inklusive modernster Anti-Drohnen-Technologie. Ein Mega-Einsatz, um alles im Griff zu behalten.
Der Golf-verrückte Präsident – dessen entspanntes Verhältnis zu den Regeln des Spiels Sportjournalist Rick Reilly schon 2019 in seinem Buch "Commander in Cheat" dokumentierte – spielt die meiste Zeit an den Wochenenden auf einem der US-Kurse seiner Familie. Im Dezember 2026 soll er sogar den G20-Gipfel in seinem Golfresort in Miami ausrichten.
Die oppositionellen Demokraten in den USA monieren schon lange, dass die Verschmelzung seiner Präsidentschaft mit persönlichen Geschäftsinteressen korrupt sei. Einige fordern sogar eine Untersuchung wegen Insiderhandels und Marktmanipulation. Laut den gesetzlich vorgeschriebenen Offenlegungen fuhr Trump 2025 – dem Jahr seiner Rückkehr an die Macht – über 2 Milliarden US-Dollar an Einkünften ein. Ein Großteil davon stammte aus Krypto-Geschäften. Im Vergleich dazu waren es 2024 noch etwas über 600 Millionen US-Dollar. Da läuft das Geschäft richtig stark.
Das Weiße Haus weist die Vorwürfe von Interessenkonflikten und der Selbstbereicherung durch die Präsidentschaft vehement zurück. Auch die Kritik an der Annahme eines neuen Air Force One-Flugzeugs, das Katar gespendet hat – und mit dem er in Irland ankam – wies der US-Präsident locker von sich. Richard Painter, Professor für Rechtswissenschaften an der University of Minnesota, warnt: "Seit dem Bürgerkrieg hatten wir keinen Präsidenten mit einem derart signifikanten finanziellen Interessenkonflikt aus einem Wirtschaftsunternehmen." Der frühere Ethik-Anwalt des Weißen Hauses befürchtet, Trumps Verhalten könnte die Botschaft aussenden, dass der beste Weg, sich beim Präsidenten einzuschmeicheln, darin besteht, seine Immobilien zu frequentieren und mit seinen Firmen Geschäfte zu machen.


