
Was Scottie Scheffler im Training abzieht, ist „einfach verrückt“ – das sagt niemand Geringeres als Si Woo Kim, und das hat auch seinen eigenen Aufstieg in dieser Saison beflügelt. Der koreanische Tour-Pro hat am Royal Oaks Country Club in Dallas hautnah erlebt, wie der World No. 1 Scheffler selbst als Bester nicht aufhört, an seinem Spiel zu feilen. Diese Beobachtung hat Kim nachhaltig geprägt.
Kim, der sich früher selbst als „faul“ bezeichnete, hat durch Schefflers unerbittlichen Einsatz eine neue Perspektive gefunden. Scheffler trainiert und schuftet, als ob er jeden Tag aufs Neue beweisen müsste, dass er in der Weltspitze mithalten kann – eine Einstellung, die selbst andere Top-Golfer ins Staunen versetzt. Es ist dieser Scheffler-Effekt, der zeigt: Talent allein reicht nicht, es braucht die gnadenlose Disziplin.
Der Scheffler-Effekt auf dem Grün
Si Woo Kim hat diesen Antrieb direkt in seine eigene Saison 2026 mitgenommen. Er war am Start bei der Tour Championship und landete auf einem richtig starken No. 5 in den FedExCup-Standings. Nur einen einzigen Cut hat er in diesem Jahr verpasst – da läuft es also. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Arbeitseinstellung, die er sich nicht zuletzt von Scheffler abgeschaut hat. Kim hat gelernt, dass man den Ball nicht nur auf eine Art spielen kann.
Presidents Cup: Freunde werden Gegner
Jetzt stehen sich Kim und Scheffler beim Presidents Cup gegenüber, diesmal als direkte Gegner. Kim ist für die Internationals ein absoluter Schlüsselspieler, während Scheffler die US-Auswahl anführt. Es ist schon eine Ironie des Schicksals, dass Schefflers Ehrgeiz einen Kontrahenten so stark gemacht hat, der ihm jetzt im wichtigsten Team-Wettbewerb alles abverlangen wird. Das wird ein Schlagabtausch, bei dem nicht nur der Ball, sondern auch die Mentalität zählt.


