
„Manchmal versuche ich es wahrscheinlich zu sehr“, murmelt Scottie Scheffler, der als Welt-No. 1 eigentlich gewohnt sein sollte, dass ihm auf dem Grün alles zufliegt – doch im Matchplay läuft es bei ihm eben anders. Vor dem Presidents Cup 2026 erklärte der Ausnahmegolfer, dass seine durchwachsene Bilanz in Team-Formaten auch an seinem überhöhten Eigenanspruch liegen könnte. Ein spannender Einblick, wenn selbst der Dominator des Strokeplays mit sich hadert.
Seine Matchplay-Stats sprechen Bände: 3-5-1 im Presidents Cup und 3-6-3 im Ryder Cup overall. Das ist weit entfernt von der Konstanz, die Scheffler sonst auf die Fairways zaubert. Besonders auffällig: In Presidents Cup Singles steht er bei 0-2, während er im Ryder Cup Einzel mit 2-0-1 richtig stark ist. Diese Diskrepanz zeigt, wie komplex die Psyche eines Champions sein kann, wenn der Druck auf einem anderen Level liegt und plötzlich ein Partner mit im Boot sitzt.
Schefflers Matchplay-Rätsel
Die Zahlen verdeutlichen, dass Scheffler in den Four-Balls des Presidents Cup mehr Erfolg hatte, aber Foursomes und Einzelpartien ihm bisher nicht so richtig liegen. Im Jahr 2024 war er mit Russell Henley noch 2-1 im Presidents Cup am Start, bevor das Duo im anschließenden Ryder Cup zu kämpfen hatte. Für viele Fans ein Rätsel, wie ein Spieler seiner Klasse im Team-Format ins Straucheln geraten kann.
Captain Snedeker ohne Sorge
Doch U.S. Captain Brandt Snedeker gibt sich gelassen. Für ihn ist Schefflers Matchplay-Bilanz kein Grund zur Sorge, wenn es auf den Abschlag geht. Scheffler selbst sieht eine mögliche Lösung in der bewussten Reduzierung seines Ehrgeizes: „Definitiv wäre es für mich wichtig, einfach weniger zu versuchen.“ Leichter gesagt als getan, wenn man gewohnt ist, immer alles zu geben. Wie sich das Team USA beim Presidents Cup 2026 im Medinah Country Club nahe Chicago schlagen wird, bleibt abzuwarten – Scheffler wird sicher wieder alles, oder eben "weniger", geben.


