
Die Luft bei LIV Golf ist zum Schneiden dick, und die Deadline für die Zukunft der umstrittenen Liga rückt mit Riesenschritten näher. Vor dem entscheidenden Sonntag, dem 25. Oktober, spitzt sich die Lage dramatisch zu: Eine wahre Spielerflucht zeichnet sich ab, die das Projekt "LIV 2.0" schon vor dem Start in die Knie zwingen könnte. Das große Ziel war eine Revolution, doch jetzt ringt die Liga um ihre pure Existenz, ganz ohne die Milliarden des saudischen PIF.
Am Freitag wurde die Liste der Abgänge noch länger. Tyrrell Hatton und Ian Poulter haben offiziell bestätigt, dass sie nicht Teil von LIV 2.0 sein werden. Jon Rahm hatte sich bereits zuvor getrennt, und die gerichtliche Bestätigung soll nur noch Formsache sein. Namen wie Louis Oosthuizen, Thomas Pieters und Adrian Meronk sind ebenfalls auf der Liste derer, die den Absprung wagen oder bereits deutlich gemacht haben, dass sie nicht mehr am Start sein werden.
Die Treue-Tests laufen auf Hochtouren
Die Loyalität der Spieler wird auf eine harte Probe gestellt, und die Anzahl derer, die sich öffentlich zu LIV 2.0 bekennen, ist erschreckend gering. Bis Freitag waren es gerade einmal vier Spieler: Richard Bland, Cameron Tringale, Brendan Steele und Ben Campbell. Das ist dünn, sehr dünn. Die Hoffnung ruht nun auf weiteren Zusagen hinter den Kulissen, denn eine Mindestspielerzahl ist für den Deal mit BC Partners Credit wohl entscheidend. Und dann wäre da noch der Fall Bryson DeChambeau, der zwischen internen Commitments und komplexen Insolvenzverfahren schwebt, aber seine Pläne öffentlich noch nicht verkündet hat.
$5 Milliarden und ein Scherbenhaufen
Die Gründe für dieses Schlamassel sind finanzieller Natur und absolut dramatisch: LIV Golf musste letzten Monat Insolvenz nach Chapter 11 anmelden. Der saudische PIF hat nach vier Jahren und angeblich über 5 Milliarden Dollar Investitionen den Geldhahn zugedreht. Die geplante LIV 2.0 soll in 2027 spielereigen geführt und über BC Partners Credit finanziert werden. Doch ein Insolvenzgericht hat auch die Ablehnung von 19 Spielerverträgen genehmigt, was den betroffenen Profis, darunter möglicherweise auch DeChambeau, neue Freiheiten auf dem Transfermarkt verschafft.
Die große Frage bleibt: Werden bis zum Sonntag genug Golfer den Sprung ins Ungewisse wagen, um LIV 2.0 überhaupt eine realistische Chance zu geben? Die Uhr tickt gnadenlos, und das Grün ist zur absoluten Krisenzone geworden.


