
Das langgezogene LIV-Drama, das die Golfwelt gespalten hat, steuert auf ein unerwartetes Comeback zu – und Paul McGinley sieht die Kollegen bereit, die Heimkehrer ohne Groll zu empfangen. Nach Monaten der Grabenkämpfe könnte ein pragmatischer Frieden am Horizont aufscheinen, auch wenn das keine Freikarte für jeden wird. Die einstige Splitterliga LIV Golf steht kurz vor dem Aus, nachdem der saudische Public Investment Fund die finanziellen Schleusen dichtgemacht hat.
Der Zusammenbruch von LIV Golf läuft, und die Liste der prominenten Rückkehrer wird länger: Jon Rahm und Tyrrell Hatton haben sich bereits von LIV verabschiedet, und auch Sergio Garcia sowie andere ehemalige DP World Tour-Spieler stehen wohl am Start, um wieder auf den etablierten Touren mitzumischen. Aber Achtung, Golfer: Ein automatisches „Schwamm drüber“ gibt es nicht.
Die Tour zieht die Zügel an
Guy Kinnings, CEO der DP World Tour, macht unmissverständlich klar: Die Rückkehr läuft nicht wie ein Spaziergang auf dem Gruen. Wer zurück will, muss sich einem fairen, leistungsbasierten System stellen und sich beweisen – völlig egal, welchen Namen man trägt. Die Mitgliedschaftsregeln werden dazu noch richtig stark verschärft: Spieler, die für ein potenzielles "LIV 2.0"-Projekt antreten, dürfen 2027 keine DP World Tour Mitgliedschaft mehr halten. Klare Kante von der Tour.
Pragmatismus statt Prinziptreue
McGinley, immer der Pragmatiker, argumentiert, dass die loyal gebliebenen Spieler ihren Groll beiseitelegen sollten, sobald die Konkurrenzliga Geschichte ist. Es geht ihm um die sportliche Stärke der Tour. Die DP World Tour hat ein klares Interesse daran, ihre Star-Power zurückzugewinnen. Namen wie Rahm oder Hatton würden die Starterfelder wieder richtig aufwerten, besonders in den Monaten, in denen viele Top-Leute der PGA Tour verpflichtet sind. Ein echtes Dilemma zwischen Prinzipien und Performance.


