
Lee Westwood hat die Geduld verloren und rechnet öffentlich mit Rory McIlroy und DP World Tour Boss Guy Kinnings ab: Für ihn ist LIV Golf nichts als ein Sündenbock, um eigene Versäumnisse der Tour zu kaschieren. Westwood warf McIlroy vor, lediglich Kinnings' Behauptung zu wiederholen, LIV wolle die Tour "töten" oder "zerstören".
Westwood hinterfragt diese Logik scharf. „Ich habe noch nie gehört, dass Spieler, die auf LIV spielen, sagen, sie wollten die European Tour vernichten“, so Westwood. Er stichelt weiter, indem er die zeitliche Komponente von McIlroys Anschuldigung anzweifelt: Rory will ähnliche Kommentare von LIV-Vertretern erst beim Masters im April 2026 gehört haben. „Vielleicht will Guy seiner Mitgliedschaft schlechte Nachrichten überbringen und braucht eine Ausrede“, mutmaßt Westwood. „Man versucht jetzt, LIV für alles die Schuld in die Schuhe zu schieben.“
Was McIlroy und Kinnings behaupten
Kinnings hatte betont, die DP World Tour müsse sich vor einer Entität schützen, die angeblich über 7 Milliarden US-Dollar verpulvert hat und deren Ziel es sei, den europäischen Circuit zu zerstören. McIlroy unterstützte diese Ansicht kürzlich beim Abu Dhabi Event. LIV habe Spieler und Sponsoren gekapert, den Profi-Golfsport in ein „Wettrüsten“ verwandelt und in Augusta deutlich gemacht, dass sie die European Tour eliminieren wollten. Trotzdem steht McIlroy hinter dem Plan der DP World Tour, LIV-Spieler ab 2027 wieder aufzunehmen – wenn auch unter bestimmten Bedingungen.
Das Drama um LIV 2.0
Der Zoff kocht hoch, weil LIV 2.0 offenbar kurz vor dem Kollaps steht. BC Partners Credit zog sich aus einer Investition von etwa 300 Millionen US-Dollar zurück, weil nicht genug Spieler-Commitments zustande kamen. Der ursprüngliche Geldgeber, Saudi-Arabiens Public Investment Fund, hat seine Unterstützung bereits im April 2026 eingestellt, und LIV musste im September 2026 sogar Insolvenz anmelden. Westwood selbst hat die neuen Vertragsbedingungen nicht unterschrieben, da sie zu viele „lose Enden“ hatten. Ein Comeback auf der DP World Tour könnte für ihn eine 10-Turniere-Sperre bedeuten.


