
Jon Rahm will offenbar zurück auf die PGA Tour, aber der Weg dahin könnte steinig werden, denn statt eines VIP-Passes winkt ihm wohl die gnadenlose Qualifikation. Der spanische Superstar hat das angepeilte LIV-Strukturmodell für 2027 kürzlich abgewinkt, doch das heißt noch lange nicht, dass ihm die Tore der PGA Tour automatisch offenstehen. Hier geht's ums Ganze, und Rahm muss sich eventuell den Weg zurück erkämpfen.
Er selbst hatte sich einen Deal à la Brooks Koepka vorgestellt: ein Jahr Auszeit, eine Spende an wohltätige Zwecke und fünf Jahre lang keine Beteiligung an den Spieler-Equity-Benefits. Rahm ist sogar bereit, in einer möglichen Sperrzeit auf der DP World Tour am Start zu sein, um nicht völlig einzurosten. Allerdings sieht die PGA Tour derzeit keinen Plan vor, ihr "Returning Member Program" wieder aufleben zu lassen, das Koepka seinerzeit die Rückkehr ermöglichte – ein Detail, das die Lage für Rahm deutlich verkompliziert. Zudem konnte er wegen der kürzlichen Geburt seines vierten Kindes noch nicht mit der Tour verhandeln.
Qualifikation statt roter Teppich?
Was bedeutet dieses "muss sich qualifizieren" überhaupt? Es klingt stark nach einem harten Konkurrenzkampf und nicht nach einer gesicherten Sonderregelung. Patrick Reed, selbst ein LIV-Abtrünniger, legte den Finger in die Wunde: Wer zurück will, soll sich das Recht dazu verdienen – nicht einfach so eine Freikarte bekommen. Falls es also keine schnelle Einigung gibt, wäre Rahms Plan B, die gesamte Saison 2027 auf der DP World Tour zu spielen und dort richtig Gas zu geben.
LIV im freien Fall?
Die Entscheidung von Rahm kommt auch zu einer Zeit, in der es um LIV Golf selbst nicht rosig steht. Das geplante „LIV 2.0“ für 2027 wackelt, nachdem BC Partners offenbar die Finanzierungszusage zurückgezogen hat. Es wird sogar gemunkelt, dass LIV vor einer möglichen Liquidation von Assets steht. Rahm war Ende 2023 zu LIV gewechselt und hat dort drei Saisons gespielt – eine krasse Entscheidung, die seine heutige Position maßgeblich prägt. Er hatte das "Returning Member Program" schon einmal abgelehnt, um bei LIV zu bleiben.
Unterm Strich: Rahm ist heiß auf ein Comeback auf der PGA Tour und scheint bereit, dafür einen hohen Preis zu zahlen. Aber ob das genügt und welcher Weg ihn wirklich zurückführt, steht noch komplett in den Sternen.


