
Sie kämpfen um ihre Tourkarte, aber die DP World Tour macht ihnen das Leben zur Hölle: Ein Insider spricht Klartext – „alle nur noch tot“ im brutalen Saisonfinale, das selbst gestählte Profis an ihre Grenzen treibt. Der verschärfte Kalender der DP World Tour hat die Nerven blank liegen lassen und eine Welle der Kritik unter den Spielern ausgelöst, die um ihre Existenz bangen.
Was sich in den letzten Wochen des Race to Dubai abspielte, war ein absoluter Marathon. Neun Turniere in neun aufeinanderfolgenden Wochen – das ist eine Ansage, die selbst für die Top-Athleten zu viel war. Von den Links beim Betfred British Masters am 27. August ging es quer über den Globus bis zum Genesis Championship in Südkorea, das am 25. Oktober seinen Abschluss fand. Das hieß: Non-Stop-Reisen durch Spanien, Indien und Südkorea, während jeder Abschlag über die Zukunft entscheiden konnte.
Volles Rohr durch neun Wochen
Kein Wunder, dass Spieler wie Sean Crocker unglaubliche zwölf Wochen am Stück auf der Tour am Start waren. Matteo Manassero und David Law standen dem mit elf Wochen Dauereinsatz kaum nach. Brendan Porath vom Fried Egg Golf Podcast berichtete, dass die Profis den Spielplan als „bananas“ bezeichneten und sich beklagten, völlig erschöpft um ihre Tourkarten kämpfen zu müssen. Die Belastung war immens und die psychische Herausforderung nicht zu unterschätzen.
Karten-Poker verschärft sich
Die Gründe für den Druck liegen auf der Hand: Für 2027 wurde die magische Grenze für eine garantierte DP World Tour Karte von Top 110 auf Top 100 reduziert. Und als wäre das nicht genug, wurde die Anzahl der Q-School-Plätze von 20 auf 15 gekürzt. Jeder verpasste Cut, jeder verlorene Schlag konnte da schon das Aus bedeuten, besonders für die Spieler, die sich im Bereich um Platz 100 tummelten.
Das Genesis Championship entschied dann über das Schicksal vieler. Wer zwischen Platz 71 und 100 im Race to Dubai landete, konnte entspannt in die Playoffs gehen, denn die Karte für 2027 war sicher. Für alle anderen? Eine Zukunft mit dickem Fragezeichen.
Die LIV-Rückkehrer-Debatte
Als ob die Anstrengungen des Kalenders nicht reichen würden, kocht eine weitere Kontroverse hoch: die Rückkehr der LIV-Spieler. Gerüchten zufolge sollen Spieler wie Jon Rahm, Tyrrell Hatton und Tom McKibbin bei ihrer Rückkehr zur Tour bevorzugten Status oder leichteren Zugang erhalten. Das stößt bei den ohnehin schon strapazierten und um ihre Tourkarte kämpfenden DP World Tour-Mitgliedern auf wenig Begeisterung. Die Frustration über den Kalender mischt sich mit Wut über ungleiche Behandlung – eine toxische Mischung, die den Druck auf der Tour nur noch weiter erhöht.


