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Majors

Data Report | Winner im Fokus: Scottie Scheffler

Schefflers Gala-Show: Er gewinnt die FedEx St. Jude mit -17! Putter heiß!

MA
Majors
17. August 2026 · 4 Min. Lesezeit
Data Report | Winner im Fokus: Scottie Scheffler

Was für eine Ansage, als Scottie Scheffler bei der FedEx St. Jude Championship den Putter sprechen ließ und sich den Sieg mit unglaublichen drei Schlägen Vorsprung schnappte. Klar, Scheffler auf Platz eins der Welt ist keine Überraschung, aber ein entscheidender Faktor sticht aus den Zahlen hervor, der selbst die härtesten Data-Nerds staunen lässt: +2.24 Strokes Gained beim Putten pro Runde. Das ist nicht nur „gut“, das ist eine regelrechte Metamorphose an einem seiner zuletzt eher schwächeren Glieder in der Kette.

Die Woche in Zahlen

Die Woche im TPC Southwind war ein Spektakel der konstant guten Scores, garniert mit einer explosiven Runde. Nach einem soliden Start mit -2 in Runde 1 zündete Scheffler am Freitag den Turbo. Eine unfassbare -9 in Runde 2 katapultierte ihn an die Spitze und zeigte dem Feld, wer hier die Hosen anhatte. Runde 3 und 4 schraubte er mit weiteren -2 und -4 Schlägen das Ergebnis auf insgesamt -17. Drei Schläge Vorsprung auf den Zweitplatzierten – das ist nicht einfach gewonnen, das ist dominiert.

Strokes Gained Analyse: Was den Unterschied machte

Woher kam diese Dominanz? Die Strokes Gained Daten sprechen eine klare Sprache. Über das Turnier hinweg sammelte Scheffler satte +4.09 Strokes Gained Total pro Runde. Seine 24-Monats-Baseline, die seinen Skill-Level über einen längeren Zeitraum abbildet, liegt bei +2.77. Das ist schon ein deutliches Plus, aber der Blick ins Detail offenbart den wahren Unterschied:

Kategorie Turnier-SG (avg) 24-Monats-Baseline Delta
Total +4.09 +2.77 +1.32
OTT +0.52 +0.79 -0.27
APP +1.68 +1.09 +0.59
ARG -0.36 +0.36 -0.72
Putt +2.24 +0.53 +1.71
T2G +1.85 +2.24 -0.39

Der Elefant im Raum ist natürlich das Putten. Mit sensationellen +2.24 SG Putt pro Runde hat Scheffler seine 24-Monats-Baseline von +0.53 pulverisiert. Das ist ein Unterschied von +1.71 Schlägen pro Runde – purer Goldstaub auf dem Grün, der den Sieg erst ermöglichte. Sein Approach-Spiel war mit +1.68 SG APP ebenfalls deutlich über dem Schnitt (+1.09), was ihm viele Birdie-Chancen ermöglichte.

Interessant ist jedoch, dass sein Spiel vom Tee (OTT mit +0.52 SG) und sein Around-the-Green-Spiel (ARG mit -0.36 SG) unter seinem sonstigen Elite-Niveau lagen. Sein T2G, also alles vom Tee bis zum Grün, war mit +1.85 SG T2G sogar schwächer als seine 24-Monats-Baseline von +2.24 (addierte Komponenten: +0.79 OTT + +1.09 APP + +0.36 ARG = +2.24 T2G). Die Story ist also klar: Weniger seine berühmt-berüchtigte T2G-Dominanz, sondern ein plötzlich glühender Putter war hier der Game Changer.

Die vierte Runde unterstreicht das eindrucksvoll: +4.56 SG Total, angetrieben von unfassbaren +3.27 SG Putt. Selbst mit -1.54 SG ARG am Finaltag hat er die Konkurrenz auf Distanz gehalten, weil er auf dem Grün einfach unschlagbar war.

Warum die Modelle falsch lagen

Lag Scheffler damit außerhalb der Vorhersagen? Jein. Als amtierende Nummer 1 der Weltrangliste (OWGR #1, DG-Rank #1, Skill Estimate 2.71) ist er immer ein heißer Kandidat. Die Modelle setzen bei ihm aber oft auf seine überragende T2G-Performance. Dass er diesen Sieg quasi „rückwärts“ gewinnt – also mit einem überragenden Putter und einem „nur“ guten T2G – ist der Twist, den wohl niemand auf dem Zettel hatte. Es zeigt, dass selbst bei den Besten die Tagesform einer einzelnen Kategorie alles auf den Kopf stellen kann. Es war wohl ein Course Fit, bei dem ein heißer Putter über kleinere Ungenauigkeiten beim Annähern hinwegtäuschen konnte.

Kontext: Karriere-Einordnung

Für Scottie Scheffler ist dieser Triumph mehr als nur ein weiterer Eintrag in den Annalen. Er zementiert damit seine Position als unumstrittene Nummer 1 der Welt. Nach starken Ergebnissen in diesem Jahr, darunter ein zweiter Platz bei der 3M Open (-22) und ein T4 bei The Open Championship (-7), zeigt dieser Sieg, dass sein Elite-Niveau nicht nur konstant ist, sondern sich sogar noch steigern kann – besonders, wenn er an seinen Schwächen arbeitet. Auch wenn 2026 noch keinen Major-Titel für ihn bereithielt, sendet dieser Erfolg eine klare Botschaft an die Konkurrenz: Scheffler ist gekommen, um zu bleiben, und er ist gefährlicher als je zuvor.

Ausblick: Was sagen die Daten für die Zukunft?

Was bedeutet das für die Zukunft? Wenn Scottie Scheffler es schafft, diese Putting-Performance auch nur annähernd zu halten, dann gute Nacht, Konkurrenz. Sein Strokes Gained Putting lag mit +2.24 weit über seiner Baseline. Wenn er das jetzt mit seinem sonst schon dominanten T2G-Spiel kombiniert, wird er fast unschlagbar. Die Frage ist, war das ein Ausreißer nach oben oder der Beginn einer neuen Ära, in der Scheffler nicht nur der beste Ball-Striker ist, sondern auch ein absoluter Killer auf dem Grün? Wenn Letzteres der Fall ist, wird die OWGR-Spitze für lange Zeit in fester Hand sein und wir Golfer dürfen uns auf noch mehr Hammer-Runden von ihm freuen. Seine leichten Dips bei OTT und ARG sind dabei fast schon nebensächlich, wenn der Putter so heiß läuft. Die Daten schreien förmlich: Achtung, Scottie Scheffler hat ein neues Level erreicht.

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