
LIV Golf krempelt den Laden um und sagt „Adieu“ zu einem Großteil seines Personals, während hinter den Kulissen fieberhaft an einer schlankeren „LIV 2.0“-Version gearbeitet wird. Die Nachricht schlägt ein wie ein Kanonenschlag: Mitarbeiter wurden informiert, dass ihre Rollen unter der alten „LIV 1.0“-Struktur bereits in der ersten Septemberwoche 2026 enden. Die gesamte Liga steht damit am Scheideweg.
Diese radikale Kehrtwende kommt direkt nach dem Saisonfinale 2026 in Indianapolis und markiert das Ende der direkten Finanzierung durch Saudi-Arabiens Public Investment Fund (PIF). Über fünf Jahre flossen Gerüchten zufolge gigantische 5 Milliarden US-Dollar in die Kassen der umstrittenen Tour. Jetzt muss LIV auf eigenen Beinen stehen und versucht, mit deutlich reduzierten Operationskosten eine neue Ära einzuläuten.
Der heiße Tanz ums Investment
Die Uhr tickt, und LIV steckt mitten in Gesprächen mit einem potenziellen Hauptinvestor und mehreren Minderheitsinvestoren. Ein Name, der dabei immer wieder fällt, ist Ted Goldthorpe von BC Partners, der angeblich bereits ein Term Sheet unterzeichnet hat. Doch der Deal ist noch nicht in trockenen Tüchern und gilt als nicht-bindend. LIV-CEO Scott O’Neil sprach von einem „sehr komprimierten“ Zeitplan, und selbst wenn der Geldsegen kommt, muss auch die Mehrheit der aktuellen Spieler mit an Bord geholt werden. Es braucht also nicht nur Kohle, sondern auch Überzeugungsarbeit.
Was das für die Spieler bedeutet, ist noch unklar. Die PGA Tour hat bereits eine Ansage gemacht: CEO Brian Rolapp stellte klar, dass es aktuell keine Pläne für einen speziellen Rückweg für LIV-Profis gibt, wie ihn Brooks Koepka noch Anfang 2026 nutzen konnte. Eine abgespeckte LIV-Tour könnte einige Stars ohne feste Bleibe zurücklassen – ein echtes Dilemma für die Big Names am Grün.
Die Zukunft liegt auf dem Abschlag
Bisher beschäftigte LIV weltweit über 300 Mitarbeiter. Welche Größe „LIV 2.0“ letztendlich annehmen wird, bleibt abzuwarten. Es deutet vieles auf ein deutlich kleineres, kostengünstigeres Produkt mit einem gestrafften Turnierkalender hin. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob LIV eine nachhaltige zweite Chance bekommt oder ob sich die Traumkarriere vieler Stars im Sand verläuft. Es ist das vielleicht größte Drama im Profigolf seit Jahren.


