
Jon Rahm zieht den Stecker bei der LIV-Tour – eine Hammer-Meldung, die die ohnehin schon wankende Serie endgültig ins Wanken bringen könnte. Wie sein Anwalt am Mittwoch mitteilte, hat der 31-jährige Rahm die "Bedingungen" der kontroversen Liga geprüft und für "inakzeptabel" befunden. Ein echter Schlag ins Kontor für LIV, die erst im September 2026 nach dem Rückzug des saudischen Staatsfonds PIF einen Insolvenzantrag in den USA gestellt hatte.
Wir erinnern uns: 2022 sorgte die Gründung der LIV-Tour für eine tiefe Spaltung im Profigolf. Rahm war damals neben Bryson DeChambeau einer der prominentesten Namen, der der traditionsreichen PGA-Tour den Rücken kehrte, um sich dem neuen Golf-Zirkus anzuschließen. Jetzt die Kehrtwende. Rahms Anwalt ließ vor einem US-Insolvenzgericht in New Jersey durchblicken, dass es "fortgeschrittene Gespräche über eine einvernehmliche Trennungsvereinbarung" gebe. Die Vereinbarung soll im nächsten Monat dem Gericht vorgelegt werden. Sollte es nicht klappen, will Rahm "seinen Einspruch" auf rechtlichem Wege durchsetzen. Das Ding könnte noch richtig schmutzig werden.
Die Gründe für den Absprung sind offensichtlich: LIV hat massive finanzielle Probleme. Der PIF hat sich als Hauptgeldgeber zurückgezogen und hinterlässt ein Trümmerfeld mit geschätzten Verbindlichkeiten von bis zu einer Milliarde US-Dollar – auch gegenüber Starspielern. Fünf Milliarden Dollar soll der Fonds insgesamt in das Projekt gepumpt haben. Trotzdem gibt es noch Zukunftspläne: Als "LIV 2.0" soll mit neuen Investoren und einem abgespeckten Spielplan wieder durchgestartet werden, von Australien bis zu den USA. Ob das noch jemanden hinter dem Ofen hervorlockt, bleibt abzuwarten.
Doch Rahms Move könnte weitere Domino-Effekte auslösen. Gerüchte über weitere Abgänge von Top-Stars gab es schon länger. Eine Rückkehr zur PGA-Tour ist allerdings keine ausgemachte Sache. Die PGA hat zuletzt klargestellt, dass eine rote Teppich-Willkommensparty für abtrünnige Spieler nicht läuft. Das könnte für viele eine echte Sackgasse werden.


