
Irre Wette: Min Woo Lee hat die Golfwelt kurz vor dem Start der Tour Championship auf links gedreht und einen waghalsigen Schaft-Tausch in seinen Eisen durchgezogen – gegen die Bedenken seines Teams. Das Risiko hat sich sofort ausgezahlt: Mit einer Wahnsinns-62 schnappte er sich am Donnerstag die Führung auf dem Grün in East Lake und mischt das mit 40 Millionen Dollar dotierte Finale richtig auf.
Die Nummer kommt nicht von ungefähr, denn Lee selbst sprach von "very average" Wochen zuvor. Genervt vom eigenen Spiel setzte er sich am Dienstag mit Callaway zusammen, um bei einem "Blindtest" neue Schäfte zu finden. Das Ergebnis: bessere Schläge, konstanteres Eisen-Spiel. Der Typ ist einfach am Start, wenn es drauf ankommt, und vertraut auf sein Gefühl.
Nerven aus Stahl oder glattes Harakiri?
Sein Team war alles andere als begeistert von dem Last-Minute-Move, so kurz vor dem wohl wichtigsten Event der Saison 2026. Doch die Trainings-Runden überzeugten, und Lee zog durch. Angeblich soll der Wechsel zu schwereren Schäften sein Tempo verlangsamt und damit stabilisiert haben. Manchmal muss man eben alles auf eine Karte setzen.
Besonders pikant: Es war nicht nur Lees Debüt bei der Tour Championship, sondern auch sein erster kompetitiver Abschlag überhaupt auf dem legendären East Lake Golf Club. Und als ob das nicht schon genug Dramatik wäre, musste sein Spielpartner J.J. Spaun nach sechs Löchern mit Schulterproblemen aufgeben, was Lee dazu zwang, den Rest der Runde im Alleingang zu finishen. Richtig stark, wie er da cool geblieben ist!
Volle Fahrt Richtung Presidents Cup
Am Ende des ersten Tages stand ein bogeyfreier Score von -8 auf Lees Karte. Eine Hammer-Runde, die ihm nicht nur die Führung bescherte, sondern auch mächtig Rückenwind für das restliche FedEx Cup Finale gibt. Und wer weiß, vielleicht bringt ihn dieser Move auch auf direktem Weg in den Presidents Cup. So läuft das, wenn man sich traut!


