
Während hinter den Kulissen die Scheich-Kassen zicken und Events gecancelt werden, zieht LIV Golfs Zuschauerzahl an – zumindest ein bisschen. Die Liga, die im aktuellen Finanz-Thriller um ihre Zukunft ringt, konnte auf Fox ein Plus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen, obwohl die Saison kürzer ausfiel. Im Schnitt schalteten 2026 beeindruckende 386.000 Zuschauer pro Runde ein, ein deutlicher Sprung von den 345.000 des Vorjahres.
Ein echter Plot-Twist, denn eigentlich war die Stimmung angespannt: LIV musste 2026 Events in New Orleans und Michigan streichen, weil die saudische Finanzspritze weniger üppig ausfiel. Die Rede geht von einem Ende von „LIV 1.0“, denn die Liga sucht händeringend nach neuen Investoren. Trotzdem scheinen die Golffans die Dramatik vor dem TV nicht zu scheuen.
Grüne Zahlen auf klammem Konto?
Besonders richtig stark war die Übertragung der Finalrunde aus LIV Indianapolis, die mit 702.000 Zuschauern den Allzeit-Rekord für LIV-Telecasts knackte – eine echte Hammer-Runde für die Quoten. Auch die Integration der Nielsen „Big Data“-Metriken trug ihren Teil zum positiven Ergebnis bei. Doch bevor wir uns zu sehr vom Aufwind mitreißen lassen: Im Vergleich zur PGA Tour bleiben das immer noch Peanuts. Die PGA Tour zog 2026 im Schnitt satte 2,5 Millionen Zuschauer pro Runde an – das 6,5-fache von LIV. Selbst das Vorprogramm auf dem Golf Channel hatte mehr Publikum, nämlich 565.000.
Ein Tropfen auf den heißen Stein?
Die gestiegenen Quoten sind zwar ein kleiner Lichtblick, ändern aber nichts am Gesamtbild. LIV Golf ist in Sachen TV-Reichweite noch weit davon entfernt, den etablierten Touren ernsthaft Konkurrenz zu machen. Es bleibt spannend, ob die Liga mit neuen Investitionen und vielleicht einer stabilen Eventplanung langfristig noch mehr Zuschauer anlocken kann. Für die Golfer bedeutet es wohl erstmal: weiter Daumen drücken im Finanz-Thriller um die Zukunft des Profi-Golfs.


