
LIV Golf steht am Abgrund, aber ein gigantischer Deal über bis zu 300 Millionen Dollar könnte die wankende Liga vor dem endgültigen Absprung retten und eine völlig neue Ära einläuten. Nachdem im September in New Jersey der Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 gestellt wurde, soll nun eine Finanzspritze von BC Partners Credit den Weg für ein Player-Equity-Modell und eine stabile Saison 2027 ebnen. Die Zukunft der Tour hing am seidenen Faden, jetzt scheint ein erster Rettungsanker geworfen.
BC Partners Credit hat die ersten Millionen zugesagt, was nur der Auftakt zu einem Gesamtpaket von bis zu 300 Millionen Dollar sein soll. Das große Ziel: Die Spieler sollen Miteigentümer der Liga und ihrer Teams werden. Ein mutiger Schritt, nachdem die Gelder vom Public Investment Fund (PIF) Saudi-Arabiens versiegt waren und LIV Golf kurz vor dem Knockout stand. Die Gerichte müssen dem Ganzen allerdings noch ihren Segen geben.
Milliarden-Loch und neue Wege
Es war ein Schock für die Golf-Welt, als LIV im September 2026 Gläubigerschutz beantragte. Sportico berichtete, dass über 64 Millionen Dollar an die Top 27 Gläubiger fließen sollten, davon allein 45 Millionen Dollar an aktuelle und ehemalige Spieler. Front Office Sports bezifferte die Verbindlichkeiten auf satte 500 Millionen bis 1 Milliarde Dollar, während die Assets nur zwischen 100 und 500 Millionen lagen. Da ging es richtig zur Sache in den Bilanzen. Dieses massive Finanzloch soll nun gestopft und gleichzeitig die Liga neu aufgestellt werden.
Die Spieler am Ruder?
Das Restrukturierungsverfahren wird sich wohl noch bis Anfang 2027 ziehen. Der Plan ist ambitioniert: LIV Golf soll als "Team-fokussierte" Liga mit Spielern als Anteilseignern neu durchstarten. Doch ob das alles wirklich läuft, hängt nicht zuletzt davon ab, ob genug Top-Golfer diesen neuen Verträgen und dem Equity-Modell zustimmen. Die nächste Gerichtsverhandlung wird zeigen, ob dieser Finanz-Coup die Liga tatsächlich aus der Gefahrenzone holt oder ob am Ende doch ein Double-Bogey steht.


