
Der Solheim Cup liefert zum Auftakt direkt ein episches 4:4-Brett – und Europa zeigt den vermeintlichen Favoriten aus den USA, wo der Hammer hängt! Nach dem ersten Tag dieses prestigeträchtigen Ryder-Cup-Pendants der Frauen steht es Pari-Pari, und unsere Esther Henseleit (27) hatte maßgeblich Anteil am starken Start des Teams Europe. Die Olympia-Zweite von 2024 triumphierte am Freitagvormittag an der Seite der toughen Irin Leona Maguire, als sie die Amerikanerinnen Andrea Lee und Lindy Duncan vom Grün fegten. Was für ein Auftakt: Zum allerersten Mal in der langen Geschichte dieses Wettbewerbs endeten die ersten beiden Sessions am Vormittag und Nachmittag jeweils mit einem Gleichstand. Das ist Drama pur!
Henseleit, die als 21. der Weltrangliste richtig stark unterwegs ist, ist zum zweiten Mal beim Solheim Cup am Start und soll als eine der absoluten Leistungsträgerinnen vorangehen. Verständlich, wenn man sich ihre aktuelle Form ansieht: Anfang August bei der British Open – da ging es richtig zur Sache! Esther hatte ihren ersten Major-Triumph zum Greifen nah, doch am Ende fehlte im Stechen das letzte Quäntchen Glück. Trotzdem ein Statement! Jetzt ist sie bei der 20. Austragung des Solheim Cups im Bernardus-Golfclub im niederländischen Nordbrabant wieder voll dabei. Das Spektakel läuft noch bis Sonntag und verspricht noch einige Nervenkitzel für alle, die live über Sky mitfiebern.
Volle Pulle Foursomes: Europa gleicht aus
Der Morgen startete mit den knallharten Foursomes, bei denen zwei Spielerinnen abwechselnd denselben Ball ins Loch jagen – Teamwork at its finest, aber auch Stress pur! Zunächst lief es für die US-Girls wie am Schnürchen. Superstar Nelly Korda und Allisen Corpuz holten sich den Sieg gegen die britischen Power-Frauen Charley Hull und Lottie Woad. Kurz darauf legten Lauren Coughlin und Alison Lee nach und bezwangen Nanna Madsen (Dänemark) und Celine Boutier (Frankreich). 2:0 für die Amerikanerinnen – sah nach einem Blitzstart aus! Doch dann schlug die Stunde der Europäerinnen: Esther Henseleit und Leona Maguire stellten mit ihrem Triumph den wichtigen Anschluss her. Und als dann die schwedische Armada, Maja Stark und Linn Grant, ihre Gegnerinnen Rose Zhang und Jennifer Kupcho in die Schranken wiesen, stand es auf einmal 2:2. Was für eine Aufholjagd, was für eine Mentalität!
Fourballs mit Nervenkitzel: Das 4:4 steht
Für die Fourballs am Nachmittag – hier spielt jede ihren eigenen Ball, und der bessere Score zählt – zauberte Kapitänin Anna Nordqvist neue Paarungen aus dem Hut. Strategisch klug, gönnte sie unter anderem unserer Esther Henseleit eine wohlverdiente Verschnaufpause. Und der Plan schien aufzugehen! Europa steuerte zunächst auf einen echten Punkte-Regen zu, führte in drei von vier Matches. Doch Golf ist eben Golf, und das Pendel kann schnell umschlagen. Am Ende reichte es nur zu einem einzigen weiteren Sieg für die Europäerinnen: Mimi Rhodes (Großbritannien) und Nastasia Nadaud (Frankreich) setzten sich im Duell mit Corpuz und Auston Kim durch. Den dritten vollen Punkt für die USA sicherten sich Megan Khang und Alison Lee, die das starke Duo Boutier/Madsen bezwangen. Die verbleibenden beiden Duelle? Sie endeten unentschieden, was die Spannung für die kommenden Tage nur noch weiter anheizt. So steht es nach einem Tag voller Ups and Downs 4:4.
Es ist nicht Henseleits erstes Rodeo hier. Bereits vor zwei Jahren – also 2024 – gab sie ihr Solheim Cup Debüt, musste damals aber mit ihren elf Kolleginnen eine bittere 12,5:15,5-Niederlage auf US-Boden einstecken. Das macht die aktuelle Ausgangslage nur noch pikanter: Für die Amerikanerinnen würde ein Remis am Ende schon zur Titelverteidigung reichen. Und auch die Gesamtbilanz spricht nicht unbedingt für Team Europe: Sieben Siegen und einem Unentschieden stehen satte elf Niederlagen gegenüber. Aber ganz ehrlich? Mit so einem 4:4-Start gegen die Favoriten, da ist noch alles drin! Der Rasen glüht schon für morgen.


