
Team Europa greift an beim Solheim Cup in den Niederlanden, und dank Esther Henseleit ist vor dem großen Finale gegen die USA noch alles offen. Klar, in den Fourballs am Samstagnachmittag haben die Girls zwar drei Duelle abgegeben und damit eine mögliche Führung liegen lassen, aber ein 8:8 bedeutet: Hier läuft noch alles auf Messers Schneide.
Henseleit, die Olympiazweite von Paris, war richtig stark am Samstagmittag in den Foursomes und hat sich an der Seite der Irin Leona Maguire einen wichtigen Punkt geholt. Schon am Freitag hatte das Duo gemeinsam triumphiert. Gegen Jennifer Kupcho und Rose Zhang spielte Henseleit Maguire am 18. Loch perfekt an die Fahne – und Maguire verwandelte eiskalt den Putt zum Sieg. "Ehrlich gesagt habe ich nur versucht, den Ball sauber zu treffen und ihn nach vorne zu bringen. Ich hatte ein bisschen Glück", gab Henseleit nach dem Krimi entspannt zu Protokoll.
Die 27-Jährige war – wie schon am Freitag – nur in den Foursomes am Start, dem Format, bei dem die beiden Teamspielerinnen abwechselnd denselben Ball aufs Grün bringen. Drei der vier Duelle gingen an Europa, und da wurde auch mal eben die krasse Siegesserie der Weltranglistenersten Nelly Korda und Allisen Corpuz geknackt, die zuvor fünfmal schlichtweg unschlagbar waren.
Aber in den Fourballs, wo jede ihren eigenen Ball spielt, hat Europa die eigentlich schon sichere 7:5-Führung dann doch noch liegen lassen. Nur die beiden Schwedinnen Linn Grant und Maja Stark konnten einen Punkt holen.
Henseleit gab ihr Solheim Cup-Debüt vor zwei Jahren, als sie und ihre elf Kolleginnen in den USA eine bittere 12,5:15,5-Niederlage kassierten. Das heißt: Den US-Girls würde ein Remis schon reichen, um den Titel erfolgreich zu verteidigen. Die Gesamtbilanz ist für Europa ebenfalls keine Glanzleistung: Sieben Siegen und einem Unentschieden stehen krachende elf Niederlagen gegenüber. Am Sonntag gibt's dann das große Finale: Zwölf Einzel stehen auf dem Programm – jetzt entscheidet sich alles!
Dieser Solheim Cup, das weibliche Gegenstück zum legendären Ryder Cup, geht übrigens zum 20. Mal über die Bühne. Schauplatz des Dramas: Der Bernardus-Golfklub in der niederländischen Provinz Nordbrabant.


