
Tyrrell Hatton hält die Golf-Welt mit einem Pokerface in Atem, denn vor der Alfred Dunhill Links Championship hüllt er sich in Schweigen über seine LIV-Zukunft. Der Engländer ist zwar am Start des DP World Tour Events, doch auf die drängenden Fragen nach seinen langfristigen Plänen für die umstrittene Tour hatte er nur eine diplomatische Antwort parat: "Ich kann nichts Neues dazu sagen", erklärte er trocken und deutete an, dass er mit den anstehenden DP World Tour Events, darunter Madrid und Abu Dhabi, "genug zu tun" habe.
Das ist keine Überraschung, denn die Gerüchteküche brodelt gewaltig. Hattons Zurückhaltung ist ein klarer Indikator dafür, wie unsicher die Lage für LIV Golf weiterhin ist. Nach dem Chapter 11-Antrag ist der Liga-Fahrplan für 2027 mit seinen angekündigten zehn Events immer noch nicht in trockenen Tüchern. Zwar sollen Berichten zufolge im August ein nicht genannter Hauptinvestor die Operationen bis 2027 sichern, doch der Weg bleibt holprig und hängt maßgeblich von der Spielerbindung ab.
Pokerspiel auf dem Grün
Hatton selbst freute sich, andere LIV-Spieler wie Jon Rahm auf dem Grün der Dunhill Links wiederzutreffen. Doch konkrete LIV-Pläne blieben auch hier unerwähnt. Für Spieler mit DP World Tour Mitgliedschaft wie Hatton ist die Teilnahme an Turnieren wie der Dunhill Links aber essenziell. Sie zählt zu den Mindeststarts, die nötig sind, um die Tourkarte zu behalten. Und mal ehrlich: Hatton ist hier quasi Stammgast. Er hat eine Hammer-Bilanz bei diesem Turnier, mit mehreren Siegen in den letzten Jahren.
Die LIV 2.0 Zitterpartie
Hattons Anwesenheit – und die vieler anderer LIV-Namen – bei einem DP World Tour Event zeigt deutlich, dass viele Top-Spieler noch auf zwei Hochzeiten tanzen. Die Frage, ob LIV 2.0 überhaupt wie geplant an den Start geht und welche Spieler voll dahinterstehen, bleibt eine der spannendsten Storys im Profigolf. Während Hatton seinen Fokus auf das Hier und Jetzt legt, bleibt die Zukunft der Golftour-Landschaft weiterhin im Ungewissen.



