
Bryson DeChambeau hat sich öffentlich hinter das vorgeschlagene LIV Golf 2.0 gestellt, trotz Finanzkrise, dem Abgang mehrerer Top-Namen und einer verstrichenen Spielerfrist am vergangenen Freitag, den 30. Oktober. Der Kapitän der Crushers GC bleibt der umstrittenen Liga treu und sieht in dem überarbeiteten Modell eine goldene Chance, die er nicht verpassen will.
Es läuft derzeit alles andere als rund für LIV. Prominente Golfer wie Jon Rahm, Sergio Garcia und Louis Oosthuizen haben sich bereits verabschiedet, und die Spielerbasis für das anvisierte 2027er-Relaunch ist noch dünn. Gerüchte sprechen von lediglich 15 bis 20 Spielern, die sich bislang committed haben – darunter Richard Bland, Cameron Tringale, Brendan Steele und Ben Campbell.
Revolution auf dem Rasen?
LIV Golf 2.0 soll ein radikaler Neustart werden. Die fetten, garantierten Startgelder der Vergangenheit sollen weichen und Platz für Spieler-Equity schaffen. Das bedeutet: Die Spieler bekommen einen kollektiven Anteil von 52.5% an der Liga und damit mehr Mitspracherecht. Finanziert wird das Ganze angeblich mit bis zu 300 Millionen US-Dollar von BC Partners Credit. Das wäre ein Game-Changer für die Liga, die in ihrer ersten Phase unter mangelnder Governance und einem Management-Desaster litt.
DeChambeau, dessen Crushers im letzten Jahr fast 29 Millionen US-Dollar Umsatz generierten (bei rund 21 Millionen US-Dollar an Spielergehältern und Spesen), sieht hier die Kommerzialisierung des Team-Modells als richtig stark an, wenn die zentrale Struktur endlich läuft. Er präferiert weniger garantiertes Geld und dafür mehr Ownership und Entscheidungsgewalt – ein klares Signal, dass er an die Zukunft der Liga glaubt.
Die Zukunft von LIV Golf ist jedoch noch lange nicht gesichert. Nach dem Rückzug des saudischen Public Investment Fund steht die Liga vor einer Insolvenzsanierung. DeChambeaus optimistischer Auftritt ist zwar ein starkes Statement, aber eben noch keine Bestätigung, dass LIV 2.0 bereits in trockenen Tüchern ist. Die Golfer-Welt wartet gespannt, ob dieses Wagnis aufgeht.


