
Das Ryder-Cup-Regelwerk, das Ian Poulter seinen Kapitäns-Traum kostet
Ian Poulters großer Traum, als Kapitän das europäische Ryder-Cup-Team aufs Grün zu führen, scheint durch eine knallharte DP World Tour-Regel auf Eis zu liegen – und das, obwohl er LIV Golf den Rücken gekehrt hat. Sein Comeback beim alten Zirkus ändert nichts an der Tatsache, dass ein Blick ins Regelbuch ihm aktuell den Weg zur begehrten Rolle versperrt.
Die Regel, die das alles ausbremst, kam im Januar 2017 an den Start. Sie besagt knallhart: Wer die damalige European Tour-Mitgliedschaft ablehnt oder die Mindestanzahl an Turnieren in einer Saison nicht erfüllt hat, kann danach weder Ryder Cup-Kapitän noch Vizekapitän werden. Poulter hat während seiner LIV-Zeit genau diese Vorgaben nicht erfüllt. Ein Austritt aus LIV Golf radiert diese Historie aber leider nicht einfach weg.
Kein Entkommen vom Regel-Hammer
Damit steht der "Postman" nicht alleine da. Auch andere Größen, die den europäischen Ryder Cup über Jahre geprägt haben, wie Sergio Garcia, Lee Westwood und Graeme McDowell, fallen unter diese Restriktion. Poulter selbst träumte noch im Februar davon, "in irgendeiner Form" wieder beim Ryder Cup dabei zu sein – ein Event, das er über zwei Jahrzehnte lang mit seiner Leidenschaft geprägt hat. Der nächste Showdown steigt 2027 im irischen Adare Manor. Doch für Poulter führt der Weg über die Kapitänsbrücke aktuell nicht dahin.
LIV-Ausstieg ohne Freifahrtschein?
Sein Abgang von LIV Golf, inmitten von Pleiteverfahren und Ungewissheit um die Struktur für 2027, schien eine Rückkehr in den alten Golf-Zirkus zu ermöglichen. Die DP World Tour hat zwar klargestellt, dass LIV-Spieler ab 2027 generell nicht an ihren Events teilnehmen dürfen, aber das betrifft nicht direkt die Kapitäns-Regel. Poulters Rückkehr zu den Wurzeln löst das Problem des 2017 eingeführten Passus nicht.
Es bleibt dabei: Wenn die DP World Tour ihre bestehende Regel nicht entschärft oder neu interpretiert, bleibt Ian Poulter – trotz seines LIV-Ausstiegs – vom Kapitänsamt oder einer Vizekapitänsrolle beim Ryder Cup ausgeschlossen. Ein bitterer Schlag für eine echte Legende des europäischen Teams.


