
Wieder nur Silber für Si Woo Kim bei der FedEx St. Jude Championship – der Koreaner sichert sich mit einer -9 erneut den zweiten Platz, doch die Frage bleibt: Wann kommt endlich der ganz große Wurf und er holt sich den Sieg? Eine Position, die er in dieser Saison schon schmerzlich gut kennt. Das Ergebnis ist stark, keine Frage, aber die Jagd nach dem Titel geht weiter.
Die ewige Nummer 2?
Si Woo Kim kam mit einem Score von -9 ins Clubhouse und sicherte sich damit den alleinigen zweiten Platz. Ein Ergebnis, das seine konstant gute Form unterstreicht, aber eben auch die frustrierende Tendenz zu knappen Verpassen des Siegesziels. Fünf Schläge trennten ihn am Ende von der Spitze – ein solider Abstand, der dennoch Raum für Spekulationen lässt, was hätte sein können. Mit einem aktuellen OWGR von #18 und einem DG-Rank von #10 ist Kim zweifellos ein Top-Spieler, dessen Skill Estimate bei beeindruckenden 1.52 liegt. Doch diese Zahlen machen die P2-Serie für seine Fans nicht weniger bitter.
Stärken auf dem Grün: T2G-Powerplay
Wo lief es für Si Woo Kim bei der FedEx St. Jude Championship richtig stark? Eindeutig vom Tee bis zum Grün. Sein Total Strokes Gained lag bei +2.09 pro Runde, ein Wert, der seine 24-Monats-Baseline von +1.54 deutlich übertrifft. Der Koreaner zeigte, dass er das Potential hat, das Feld zu dominieren, wenn alles zusammenpasst.
Besonders herausragend war sein Spiel Off The Tee (OTT). Mit +1.03 SG pro Runde legte er fast eine ganzeinhalb Schläge im Vergleich zu seiner Baseline von +0.42 zu. Auch die Annäherungsschläge (APP) waren eine Wucht: +1.54 SG pro Runde, verglichen mit seinen normalen +0.74. Das ist eine Ansage! Diese beiden Kategorien sorgten für ein Strokes Gained: Tee to Green (T2G) von +2.21, während seine Baseline hier bei +1.42 liegt. Mit diesen Werten war Kim ein absolutes Powerhouse. Die Drivers flogen präzise, die Eisenschläge saßen und fanden die Grüns.
Hier die detaillierte Performance im Vergleich zur 24-Monats-Baseline:
| Kategorie | Turnier-SG (pro Runde) | 24-Monats-Baseline |
|---|---|---|
| Total | +2.09 | +1.54 |
| OTT | +1.03 | +0.42 |
| APP | +1.54 | +0.74 |
| ARG | -0.36 | +0.26 |
| Putt | -0.13 | +0.12 |
| T2G | +2.21 | +1.42 |
Baustellen: Rund ums Grün und auf dem Grün
Wo aber verlor Kim entscheidende Schläge, die ihn den Sieg kosteten? Der Blick auf die Zahlen ist hier schonungslos: Es waren die kurzen Chips, Pitches und vor allem der Putter. Im Around the Green (ARG) Bereich verlor er im Turnier durchschnittlich -0.36 Schläge pro Runde. Das ist ein herber Rückschlag, wenn man bedenkt, dass er über 24 Monate hier eigentlich +0.26 Schläge gutmacht. Eine klare Schwachstelle, die man im Training dringend angehen muss.
Noch ärgerlicher war allerdings sein Putting. Mit -0.13 Schlägen pro Runde auf den Grüns, wo er normalerweise +0.12 Schläge gutmacht, verschenkte er potenziell zwei bis drei Schläge über das gesamte Turnier. Bei einem Rückstand von fünf Schlägen ist das vielleicht nicht der einzige Faktor, aber sicherlich ein entscheidender. Wenn der Putter nicht auf Touren kommt, wird es eben schwierig, einen Sieg nach Hause zu bringen, selbst wenn der Rest des Spiels sensationell läuft.
Runden-Details: Eine Achterbahnfahrt der Gefühle
Kims Turnier startete mit einer even Par Runde, die ihn im Vergleich zum Feld um -0.45 Schläge zurückwarf. Kein Katastrophenstart, aber eben auch keine Rakete. Doch dann zündete er den Turbo. Runde 2 sah eine solide -2, die ihn um +1.54 Schläge besser als den Feldschnitt performen ließ. Das war der Startschuss für eine Aufholjagd.
Die Hammer-Runde kam am Samstag. Mit einer unglaublichen -5 spielte sich Kim um +4.71 Schläge besser als das Feld und katapultierte sich in die Spitzengruppe. Das war Golf vom Feinsten, ein aggressiver und gleichzeitig präziser Angriff auf den Platz.
Der Finaltag lieferte dann eine weitere -2. Mit +2.56 Schlägen besser als der Feldschnitt zeigte Kim auch in der entscheidenden Runde, dass er die Nerven behalten und sein Spiel abrufen kann. Besonders hervorzuheben sind hier sein OTT (+1.39 SG) und sein Putting (+1.52 SG) in Runde 4. Allerdings ging in dieser Runde sein APP mit -0.47 SG etwas baden, was den Druck auf den Putter noch erhöhte. Es war eine richtig starke Gesamtleistung, die aber nicht reichte, um die Konkurrenz komplett in die Schranken zu weisen.
Saison im Fokus: Der Silber-Sammler mit Biss
Die FedEx St. Jude Championship ist kein Ausrutscher, sondern passt perfekt in Si Woo Kims bisherige Saison. Er spielt 2026 bislang eine sehr starke PGA-Tour-Saison mit mehreren Top-10-Resultaten und zwei weiteren zweiten Plätzen: beim Farmers Insurance Open und bei THE CJ CUP Byron Nelson, wo er mit einem Gesamtscore von -27 und Runden von 64-60-68-65 für Furore sorgte. Auch der dritte Platz beim RBC Heritage (-16) unterstreicht seine Konstanz an der Spitze.
Diese anhaltende Performance festigt nicht nur seine Position in den Top-20 der Weltrangliste, sondern bringt ihm auch entscheidende Punkte für die FedExCup-Playoffs und eine sichere Tour Card ein. Si Woo Kim hat bewiesen, dass er zu den Besten gehört und konstant um den Sieg mitspielen kann. Die Daten zeigen einen Spieler, der sein T2G-Spiel auf ein neues Level gehoben hat und nur noch Nuancen in den kurzen Bereichen von der absoluten Dominanz trennen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann Si Woo Kim endlich den Fluch der zweiten Plätze bricht und den großen Titel holt. Die Community wartet gespannt!