
Sieben Schläge Rückstand am Sonntag? Für Joe Dean war das nur die Einladung, Geschichte zu schreiben. Der Engländer stürmte beim British Masters zu einem sensationellen Sieg und holte sich damit seinen ersten Titel auf der DP World Tour – eine Aufholjagd, die selbst Hollywood schwer getoppt hätte. Mit einer bogeyfreien 63er-Hammer-Runde fegte er über den Kurs im Belfry und ließ die Konkurrenz alt aussehen.
Dieser Triumph ist kein gewöhnlicher. Der 32-Jährige war noch vor Kurzem als Supermarkt-Lieferfahrer unterwegs und hatte zuvor nur einen einzigen Profi-Titel auf der PGA EuroPro Tour im Jahr 2021 geholt. Sein Sieg beim 70. DP World Tour Event – mit einem Weltranglistenplatz um 292 – ist ein echtes Statement. Am Ende stand ein Preisgeld von rund 440.000 Pfund und ein Score von 14 unter Par auf der Anzeigetafel. Seine Frau Emily an der Tasche? Das ist der Stoff, aus dem Golf-Legenden gemacht werden.
Vom Lieferwagen auf den Leaderboard-Thron
Dean hat gezeigt, dass im Golf alles möglich ist, wenn der Ball läuft und die Nerven halten. Die Wetterkapriolen im Belfry, die das Turnier immer wieder verzögerten, konnten ihn nicht stoppen. Diese Story ist nicht nur ein Märchen, sie ist ein Weckruf an alle Golfer, die ihren Träumen hinterherjagen. Vier Spieler, darunter Daniel Hillier und Nacho Elvira, teilten sich am Ende den zweiten Platz, ganze drei Schläge hinter dem Mann der Stunde.
Ryder Cup im Blick?
Sein Sieg ist zudem der Startschuss für die Ryder Cup Qualifikation Team Europas. Plötzlich rückt Joe Dean mit diesem unwahrscheinlichen Triumph in den Fokus für eine mögliche Teilnahme – eine Schlagzeile, mit der wohl niemand gerechnet hätte. Während die Golf-Welt an diesem Sonntag auch auf Rory McIlroy und das PGA Tour Championship blickte, gehörte die DP World Tour Bühne ganz allein Joe Dean. Was für ein Brett!



