
Nicht die Nerven, sondern lahme Grüns und fehlende Putts haben dem US-Team beim Solheim Cup einen Strich durch die Rechnung gemacht, analysiert Captain Angela Stanford nach der knappen 15-13 Niederlage gegen Europa. Eine bittere Pille für die Amerikanerinnen, die sich den Pott nach hartem Kampf wieder von den Europäerinnen holen mussten.
Dabei sah es am Samstagabend noch nach einem echten Momentum-Swing aus: Jennifer Kupcho spielte eine Hammer-Runde und lochte Putts über rund 37 Meter (120 feet) an den Bahnen 17 und 18, die das Match auf ein 8-8 Unentschieden stellten. Ein Moment, der die Fans von den Sitzen riss und alle dachten, jetzt läuft's für die US-Mädels. Doch die Rechnung wurde ohne die Bedingungen gemacht.
Wenn die Kugel nicht rollt: Grüns als Game Changer
Stanford zeigte sich überrascht von den langsamen Grüns im Bernardus Golf Club. Selbst ein Besuch im Juli konnte sie nicht auf das Speed-Defizit vorbereiten. „Wir spielen normalerweise nicht auf derart langsamen Grüns“, gab sie zu. Diese ungewohnte Geschwindigkeit schien den Amerikanerinnen das Leben schwer zu machen, während Europa auf diesem Terrain richtig stark auftrat und die wichtigen Putts einfach besser unterbrachte. Es war am Ende der Putting-Stärke der Europäerinnen geschuldet, dass sie sich den Sieg sicherten.
Kapitänin in der Verantwortung
Trotz der Umstände nahm Stanford die Verantwortung auf sich. Sie gestand ein, dass sie ihre Spielerinnen hätte stärker auf die veränderten Bedingungen vorbereiten müssen. Dennoch stellte sie sich schützend vor ihr Team, glaubte fest an alle zwölf Golferinnen und würde keine ihrer Aufstellungsentscheidungen ändern. Am Ende des Tages zollte sie den Europäerinnen vollen Respekt: Sie waren es, die unter Druck besser spielten.


