
Die PGA Tour zieht ab 2028 knallhart die Reißleine und schließt die Tür für alle LIV-Golfer – zumindest vorerst. Mit der Genehmigung einer neuen, zweistufigen Wettbewerbsstruktur signalisiert die Tour am Dienstag, 15. September 2026, dass sie ihre eigenen Reihen stärkt. Brian Rolapp, der CEO der PGA Tour, machte dabei unmissverständlich klar: Ein spezielles „Returning Member Program“ für die Abtrünnigen steht derzeit nicht zur Debatte.
Das neue System: Zwei Ligen für Top-Golf
Das Herzstück der Neuausrichtung ab 2028 sind die "Championship Series" und die "Challenger Series". In der Championship Series kämpfen die Elite-Golfer um fette Preisgelder von über 20 Millionen Dollar pro Turnier. Darunter, in der Challenger Series, geht es immer noch um mindestens 4 Millionen Dollar – hier haben die Stars von morgen und die, die sich wieder beweisen wollen, ihren Platz. Das System ist gnadenlos leistungsorientiert: Wer nicht performt, fliegt. Eine "one-time career money exemption" gibt es zwar, aber die ist nicht für LIV-Spieler gedacht, die sich weiterhin mit Suspendierungen und Teilnahmebeschränkungen rumschlagen.
Es ist eine Machtdemonstration, die die klare Botschaft sendet: Loyalität zahlt sich aus. Die Tour hat in ihren Kriterien keinen LIV-spezifischen Weg zurück vorgesehen. Spieler, die damals zur LIV Golf gewechselt sind, wurden wegen Verstößen gegen die Regeln der PGA Tour suspendiert. Und genau diese Suspendierungen sind jetzt das Nadelöhr. Die Karrieregeld-Ausnahme zielt auf ehemalige PGA Tour-Größen ab, die ihren Status sichern wollen, nicht auf jene, die sich außerhalb des Tour-Ökosystems tummeln.
Eine klare Ansage an die Abtrünnigen
Rolapps Ansage ist eine Rückbesinnung auf alte Tugenden: Leistung und Verdienst innerhalb der eigenen Reihen stehen im Vordergrund. Nach turbulenten Jahren mit LIV Golf und all dem Drama um Abgänge und Streitigkeiten setzt die PGA Tour auf Stabilität und eine "saubere" Karriereleiter. Die Zukunft von LIV Golf mag wegen eines Chapter 11 Verfahrens etwas ungewiss sein, aber das ändert nichts an der harten Haltung der PGA Tour. Auch wenn Zugangswege über die DP World Tour noch diskutiert werden, ist das eine separate Sache und kein Hintertürchen für die LIV-Flüchtlinge.
Für die aktuellen LIV-Golfer bedeutet das klipp und klar: Sie sind nicht Teil des PGA Tour-Plans für 2028. Das neue System wurde dezidiert so aufgesetzt, dass es den Erfolg im eigenen Kosmos belohnt und nicht als Amnestie oder Wiedervereinigungs-Mechanismus für ehemalige Tour-Mitglieder dient, die das Weite gesucht haben. Die Kluft zwischen den Top-Touren scheint größer denn je.


