
Wie lange jagt man den Ball noch mit voller Intensität, wenn man alles erreicht hat? Genau diese Frage scheint Rory McIlroy umzutreiben, denn seine jüngsten Kommentare lassen tief blicken: Es geht nicht um den sofortigen Rücktritt, sondern darum, ob er seinen Turnierkalender straffen und trotzdem an der Spitze bleiben kann. Der Nordire steht an einer echten Karriere-Kreuzung, nachdem er auch in dieser Saison mit nur 14 Starts auf der PGA Tour eher sparsam unterwegs war. Zwar holte er sich im April dieses Jahres den Masters-Sieg, aber der ganz große Momentum-Run dazwischen blieb aus.
Der "Peak Rory" Conundrum
Die Analysten reiben sich die Köpfe: Kann man weniger spielen und trotzdem auf einem Niveau bleiben, das einen zu einer Legende macht? Das Ganze wirkt ein wenig frustriert, aber auch realistisch. Mit 37 Jahren und zwei Dekaden an der absoluten Weltspitze hat McIlroy das Recht, sich solche Gedanken zu machen. Gerade wenn man die Dominanz eines Scottie Scheffler sieht, liegt die Messlatte extrem hoch. Rob Lee, ein Kenner des Sports, bringt es auf den Punkt: McIlroys Dilemma ist es, einen leichteren Zeitplan zu finden, ohne den "Peak Rory" zu verlieren.
Weniger ist Mehr?
Dieser Zwiespalt ist symptomatisch für das moderne Profigolf. Die enormen Preisgelder und der extreme Aufwand könnten Stars wie McIlroy dazu bewegen, kürzere, aber dafür umso selektivere Karrieren anzustreben, anders als frühere Generationen. Es geht hier also nicht um einen Abschied vom Grün, sondern um eine Neuausrichtung – wie Rory seine Motivation und seine unglaubliche Klasse auch in Zukunft auf den Abschlag bringt.


