
LIV Golf hat den Insolvenzantrag gestellt – ein echter Hammerschlag, der die Golfwelt bis ins Mark erschüttert und die Karten komplett neu mischt. Am Donnerstag war es so weit: Der Konkurrenz-Tour, die Milliarden Dollar in die Hand nahm, um Top-Spieler von der PGA abzuwerben und für erbitterte Gräben im Sport sorgte, ging die Luft aus. Der Schritt vor Gericht signalisiert einen Versuch zur Restrukturierung, doch die Zukunft von Stars wie Bryson DeChambeau und Jon Rahm hängt plötzlich in der Luft.
LIV am Scheideweg: Milliarden verbrannt, jetzt die Kehrtwende?
Das Ganze ist eine Zäsur, denn die tiefgreifenden saudischen Investoren hatten LIV Golf Anfang dieses Jahres (2026) den Stecker gezogen. Trotzdem will die Organisation eine Neuausrichtung wagen und in anderer Form zurückkommen. LIV-CEO Scott O'Neil, dessen Crew bereits Anfang September (2026) den Großteil der Mitarbeiter entlassen hatte, gibt sich kämpferisch: „Dieser Prozess gibt uns die Struktur und Zeit, um eine bahnbrechende Transaktion zu verfolgen und das nächste Kapitel von LIV Golf aufzuschlagen.“ Man plane für 2027 eine Rückkehr, „aufgebaut um die Fans, ein innovatives, spielerorientiertes Eigentumsmodell und als Teil des globalen Golf-Ökosystems“. Klingt nach einem großen Plan, doch konkrete Entscheidungen zum Kalender oder einzelnen Events für 2027? Fehlanzeige.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Public Investment Fund (PIF) aus Saudi-Arabien, das LIV Golf 2022 mit vollen Taschen an den Start schickte, pumpte Schätzungen zufolge fünf Milliarden Dollar in die Tour, bevor es abrupt den Hahn zudrehte. Jetzt stellt das PIF ein Darlehen von fast 50 Millionen Dollar für das Insolvenz- und Reorganisationsverfahren bereit. Das Gerichtsdokument, das der AFP vorlag, zeigt, dass LIV insgesamt bis zu eine Milliarde Dollar Schulden bei mindestens 1.000 Gläubigern hat. Die größten unbesicherten Forderungen – und das ist ein Brett – halten die prominentesten Namen: Jon Rahm, Bryson DeChambeau und Dustin Johnson, mit jeweils über fünf Millionen Dollar. Die Frage ist, wie viel davon am Ende wirklich bei den Golfern ankommt.
Für die Neuausrichtung hat sich LIV mit der britischen Investmentgruppe BC Partners zusammengetan und versucht, die US-Insolvenzanmeldung auch in England und Wales anerkennen zu lassen, um die internationalen Vermögenswerte zu schützen.
Was wird aus den Stars? PGA Tour winkt ab
Die Tour-Offiziellen hatten bereits eine „2.0“-Version versprochen, mit neuen Investoren, einem kürzeren Kalender und reduziertem Preisgeld. Doch die große Frage ist: Bleiben die Top-Stars wie DeChambeau und Rahm am Ball? Medienberichten zufolge könnten die Spielerverträge durch die Insolvenz hinfällig werden, was ihnen die Freiheit gäbe, zu entscheiden, ob sie der neuen LIV-Version treu bleiben oder ihre ausstehenden Gelder verfolgen. LIV selbst beteuert, in „fortgeschrittenen Gesprächen“ mit den Spielern zu sein, auch über eine „Eigentümerstruktur, die die Interessen der Spieler mit dem langfristigen Erfolg der Liga in Einklang bringt“.
Gerüchte über eine mögliche Rückkehr vieler LIV-Stars zur PGA Tour und anderen Serien kursieren bereits wild, doch die PGA hat klargestellt: Derzeit gibt es keine Pläne für einen direkten Weg zurück für die ehemaligen LIV-Spieler. Das Golf-Drama geht also in die nächste Runde, und wir bleiben dran, wenn sich dieses verworrene Kapitel neu schreibt.


