
Die Internationals haben am Freitag einen sensationellen Foursomes-Clean-Sweep hingelegt und sich beim Presidents Cup eine souveräne 7:3-Führung gegen die USA erspielt.
Nachdem sie nach den ersten Fourball-Matches am Donnerstag noch 3:2 hinten lagen, holten sich die Internationals alle fünf Foursomes-Duelle des zweiten Tages. Das katapultierte sie mit einem Vier-Punkte-Polster ins Wochenende im Medinah Country Club.
Das kanadische Duo Corey Conners und Nick Taylor lieferte eine der bemerkenswertesten Siege ab, als sie die Nummer eins der Welt, Scottie Scheffler, und Sam Burns in einem nervenaufreibenden Duell mit 1-up besiegten. Die Kanadier sicherten sich die Führung am zwölften Loch, als Conners seinen zweiten Schlag bis auf zwei Meter ans Loch zirkelte, sodass Taylor nur noch zum Birdie einputten musste. Taylor machte den Sieg dann am 18. Loch mit einem außergewöhnlichen Annäherungsschlag vom Fairway klar, der nur wenige Zentimeter vom Loch entfernt landete – ein leichter Par. Burns hatte die Chance, das Match auszugleichen, doch sein fünf Meter langer Birdie-Putt umschmeichelte den Becher nur schmerzhaft, während die Internationals den Sieg einheimsten.
Zuvor hatten der Japaner Hideki Matsuyama und der Südkoreaner Im Sung-jae das erste Tages-Duell im Team geholt und Russell Henley und Jacob Bridgeman mit 3&2 in die Schranken gewiesen. Der ehemalige Masters-Champion Matsuyama lochte einen knapp sechs Meter langen Par-Putt, um den Sieg am 16. Loch einzutüten. Neuseelands Ryan Fox und Australiens Min Woo Lee kämpften sich in einem nervenzerreißenden Duell gegen Collin Morikawa und Windham Clark mit 1-up zum Sieg und sicherten den Internationals einen weiteren Punkt.
Den Clean-Sweep machten Adam Scott und Christiaan Bezuidenhout perfekt, die Justin Thomas und Cameron Young mit 3&2 besiegten, bevor Tom Kim und Kim Si-woo Patrick Cantlay und Xander Schauffele mit einem dominanten 4&3 abfertigten. Es war erst das dritte Mal seit der Premiere des Presidents Cup 1994, dass die Internationals eine Session komplett für sich entscheiden konnten. Sie jagen den Sieg bei diesem zweijährlich stattfindenden Team-Turnier zum ersten Mal seit 1998, während die USA ihren elften (!) Triumph in Folge bei diesem Ryder-Cup-ähnlichen Event anpeilen.
„Wir wollten einfach rausgehen und die Session gewinnen“, so der Internationale Kapitän Geoff Ogilvy danach. „Die Jungs waren alle top drauf, aber fünf null – das stellt man sich nie vor... aber wir haben es bei solchen Events schon oft erlebt: Wenn du einmal im Flow bist, zieht das alle Gruppen mit“, erklärte er weiter. „Es war ein unglaublicher Tag für uns.“
US-Kapitän Brandt Snedeker zollte der Leistung der Konkurrenz Respekt, betonte aber, dass mit 20 noch zu vergebenden Punkten am Wochenende noch lange nichts entschieden sei. „Hut ab vor dem Internationalen Team“, sagte Snedeker. „Sie haben da draußen richtig gut gespielt und unglaublich viele Putts versenkt.“ Er fuhr fort: „Ich fühle mit unseren Jungs – sie haben sich aufgerieben, aber es sollte einfach nicht sein. Aber trotzdem: Es sind noch 20 Punkte zu holen. Es liegt noch viel Golf vor uns.“ „Ich sage es die ganze Woche schon: Wir haben hier Top-Jungs mit Charakter. Eiskalte Wettkämpfer. Wir schütteln das heute Abend auf dem Heimweg ab.“ Die USA führen in der Gesamtbilanz mit 13-1-1 gegen die Internationals.


