
Game-Improvement Irons ballern weiter als Blades, das ist Fakt – aber wer jetzt den heiligen Gral gefunden wähnt, sollte genauer hinsehen: Der aktuelle Distanz-Vorteil kommt vor allem von einem cleveren Trick und nicht immer nur vom besseren Ballkontakt. Ein kürzlich veröffentlichter Test hat die Eisen-Welt mal wieder gehörig aufgemischt und zeigt, dass die Performance-Unterschiede tiefere Wurzeln haben. Es geht um mehr als nur pure Weite.
Das Golf Monthly Magazin hat sich die Sache genauer angesehen und einen TaylorMade P7MB Blade 5-Eisen gegen ein TaylorMade Qi Game-Improvement 5-Eisen antreten lassen. Die Zahlen waren brutal eindeutig: Das Qi Eisen trug den Ball 14 Yards (12,8 Meter) weiter und landete insgesamt 17 Yards (15,5 Meter) länger. Bei einer Ballgeschwindigkeit von 133 mph (Qi) gegenüber 126,7 mph (P7MB) und einer minimal höheren Peak-Height von 94,3 ft (28,7 Meter) zu 93 ft (28,3 Meter) sah es für das Game-Improvement Eisen richtig stark aus.
Der Trick mit dem Loft
Doch hier kommt der Haken, der die reine Distanz-Story verzerrt: Das Qi 5-Eisen ist mit 21° Loft ganze fünf Grad stärker als das P7MB mit 26°. Stärkere Lofts bedeuten immer mehr Weite, und die Multi-Material-Konstruktion des Qi sorgt zusätzlich für höhere Ballgeschwindigkeiten. MyGolfSpy wies kürzlich darauf hin, dass ein durchschnittliches 7-Eisen schon mal sechs Grad Loft-Unterschied zu einem Super-Game-Improvement 7-Eisen aufweisen kann (33° vs. 27°). Solche Loft-Anpassungen verändern Launch, Spin, Carry, Flughöhe und den Landewinkel des Balls – alles Dinge, die entscheidend sind, ob der Ball auf dem Grün bleibt oder nicht.
Blades vs. Game-Improvement: Was zählt wirklich?
Was heißt das also für dich auf dem Platz? Game-Improvement Irons liefern mehr Ballgeschwindigkeit und verzeihen schlechte Treffer deutlich besser, was sie für die meisten Golfer zur logischen Wahl macht, die Launch und Konsistenz suchen. Blades hingegen sind in diesem direkten Vergleich kürzer, bieten aber ein kompaktes Profil, traditionellere Lofts und geben gnadenloses Feedback bei schlechtem Kontakt – für viele Pros und sehr gute Spieler unverzichtbar für die Kontrolle. Es geht also nicht nur darum, wer den Ball am weitesten dreschen kann, sondern wie die Kombination aus Weite, Präzision und Kontrolle am besten zum eigenen Spiel passt.


