
Was für ein Statement! Cameron Young holt sich den Sieg bei der Cadillac Championship und setzt damit ein echtes Ausrufezeichen in der Golf-Welt. Mit einem Score von unfassbaren -19 Schlägen und einem Vorsprung von sechs Schlägen auf den Zweitplatzierten Scottie Scheffler dominierte der 28-Jährige das Feld auf dem ikonischen Blue Monster in Miami. Das Spannende daran: Dieser Vorsprung von satten sechs Schlägen wurde in der Schlussrunde eisern gehalten. Hier ging es nicht um ein letztes Nervenkrimi-Finish, sondern um die pure Demonstration von Kontrolle und Können. Ein Sieg, der sich bereits vor dem finalen Abschlag wie eine eingetütete Sache anfühlte.
Die Woche in Zahlen: Youngs Masterclass
Wer dachte, eine Siegerrunde müsste immer eine 63 sein, um zu beeindrucken, der irrt sich gewaltig. Young zeigte über vier Tage eine Konstanz, die seinesgleichen sucht. Er startete mit einer bärenstarken 64 in die erste Runde, legte mit einer 67 nach und hielt das Feld auch an Tag drei mit einer 70 auf Distanz. Die Schlussrunde, eine 68, war dann der souveräne Abschluss einer Hammer-Woche.
Schauen wir uns die Scores mal im Kontext des Feldes an:
- Runde 1: 64 – Hier schnappte er sich einen Vorteil von +7.64 Strokes gegenüber dem Feldschnitt. Ein Blitzstart, der die Konkurrenz direkt unter Druck setzte.
- Runde 2: 67 – Weitere +4.03 Strokes aufs Feld gutgemacht.
- Runde 3: 70 – Auch mit +1.64 Strokes zeigte er, dass er weiterhin die Pace vorgibt.
- Runde 4: 68 – Zum Abschluss noch einmal +1.11 Strokes.
Insgesamt sammelte Young über das gesamte Turnier +14.42 Strokes im Vergleich zum Durchschnitt des Feldes, was beeindruckende +3.6 Strokes pro Runde bedeutet. Nach Runde eins lag er bereits einen Schlag vor dem Nächstplatzierten, nach Runde zwei waren es schon fünf Schläge, und vor der Schlussrunde hatte er bereits eine komfortable Sechs-Schläge-Führung – ein Polster, das er dann auf den letzten 18 Löchern routiniert verwaltete. Scottie Scheffler (-13) und Ben Griffin (-12) hatten an diesem Wochenende einfach keine Chance.
Strokes Gained Analyse: Wo der Sieg wirklich lag
Daten lügen nicht, Leute. Und die Strokes Gained (SG) Werte von Cameron Young in Miami sind der reinste Genuss für jeden Golf-Statistiker. Über das gesamte Turnier hinweg sammelte er durchschnittlich +3.60 Strokes Gained Total pro Runde. Das ist richtig stark, besonders wenn man es mit seiner 24-Monats-Baseline vergleicht, die bei +2.17 liegt. Ein Plus von 1.43 Strokes pro Runde – das ist der Unterschied zwischen einem Top-Spieler und einem Dominator.
Hier die genaue Aufschlüsselung:
| Kategorie | Turnier-SG (avg/Runde) | 24-Monats-Baseline | Unterschied zur Baseline |
|---|---|---|---|
| Total | +3.60 | +2.17 | +1.43 |
| OTT | +0.84 | +0.75 | +0.09 |
| APP | +0.47 | +0.71 | -0.24 |
| ARG | +0.53 | +0.23 | +0.30 |
| Putt | +1.76 | +0.48 | +1.28 |
| T2G | +1.84 | +1.69 | +0.15 |
Was fällt uns auf? Ganz klar: Der Putter war an diesem Wochenende eine absolute Waffe! Mit +1.76 Strokes Gained Putting pro Runde war Young hier der unangefochtene Champion. Das ist eine Steigerung von unglaublichen +1.28 Strokes gegenüber seiner normalen Performance – ein echter Game Changer. Wenn der Ball auf dem Gruen so läuft, kann man sich fast alles erlauben.
Und genau das hat Cameron Young auch getan. Sein Approach Game (APP) war mit +0.47 Strokes sogar etwas schwächer als sein 24-Monats-Baseline-Wert von +0.71. Normalerweise wäre das ein Problem, aber sein Driving (OTT) mit +0.84 und vor allem sein Around the Green Game (ARG) mit +0.53 (eine Steigerung von +0.30 zur Baseline!) hielten ihn mehr als im Rennen.
Ein Blick auf die Schlussrunde zeigt: Selbst mit +1.11 Strokes Gained Total war Young am Sonntag noch richtig gut am Start. Sein Driver war wieder solide (+0.99 OTT), sein Putter spielte wieder in einer eigenen Liga (+1.58 Putt), und Around the Green (+0.15 ARG) war ebenfalls im positiven Bereich. Erstaunlich ist hier, dass sein Approach Game in Runde 4 mit -1.61 Strokes Gained sogar deutlich negativ war. Aber mit einem derartigen Vorsprung und einem Putter, der alles einlocht, konnte er diesen kleinen Ausrutscher locker kompensieren und seinen Titel souverän sichern. Der Putter war an diesem Wochenende sein Bodyguard, der ihn durch jede knifflige Situation brachte und den Sieg sicherstellte.
Warum die Modelle richtig lagen... und doch überrascht wurden
Cameron Young ist kein Unbekannter. Als Nummer 3 der Weltrangliste (OWGR #3) und auf Rang 4 im DataGolf-Ranking (DG-Rank #4) mit einem Skill Estimate von 2.09 ist er bereits seit einiger Zeit in der absoluten Elite am Start. Die Modelle wussten also, dass Young ein absoluter Top-Spieler ist, der jederzeit gewinnen kann. Aber der Weg zu diesem Sieg, die Dominanz, mit der er das Feld in Schach hielt, und vor allem die außergewöhnliche Performance seines Putters – das hat selbst die erfahrensten Analysten staunen lassen.
Der Trump National Doral, das berüchtigte Blue Monster, ist ein Kurs, der präzises Spiel vom Abschlag bis zum Gruen fordert. Youngs starkes Driving (durchschnittlich 12.017 Yards) legte den Grundstein, aber es war seine magische Berührung mit dem Putter, die den Unterschied machte und ihm ermöglichte, auch schwächere Annäherungsschläge zu vergessen. Der Course Fit war für Young an diesem Wochenende offenbar perfekt, oder er hat ihn sich einfach perfekt gemacht.
Kontext: Ein Champion festigt seinen Status
Cameron Young, 28 Jahre alt, Pro seit 2019 und Absolvent der Wake Forest University, gehört zu den spannendsten Talenten im modernen Golf. Dieser Sieg bei der Cadillac Championship ist nicht nur ein weiterer Titel auf seiner Vita, sondern eine Bestätigung seiner absoluten Weltklasse. Er war schon vor dem Turnier die Nummer 3 der Welt, aber ein derart dominanter Sieg sendet ein klares Signal an die Konkurrenz: Young ist nicht nur ein Mitspieler, er ist ein ernsthafter Titelkandidat für jedes Major und jedes Elite-Event. Er hat gezeigt, dass er nicht nur mithalten, sondern ein Feld von Weltklasse-Spielern – inklusive Scottie Scheffler – komplett beherrschen kann.
Ausblick: Was die Daten für die Zukunft sagen
Die Daten sind eindeutig: Cameron Young ist ein absolutes Kraftpaket. Sein Baseline-Spiel ist schon auf einem extrem hohen Niveau. Wenn er es schafft, sein Putten auch nur annähernd auf dem Niveau dieser Woche zu halten und gleichzeitig sein Approach Game wieder auf seine Baseline-Werte (+0.71) zu bringen, dann wird er kaum zu stoppen sein.
Der Schlüssel für die Zukunft liegt in der Konstanz seines Putters. Kann er dieses Niveau halten? Wenn ja, dann sprechen die Strokes Gained Zahlen eine klare Sprache: Young wird nicht nur weitere Siege einfahren, sondern auch ein Dauergast an der Spitze der Weltrangliste bleiben. Die Golfwelt ist gespannt, welche Hammer-Runde er als Nächstes auspackt. Dieser Sieg war ein Vorgeschmack darauf, was Cameron Young in Bestform leisten kann – und das war richtig stark!


