
Ein deutsches Kraftpaket im Major-Rennen – was für ein Brett, das Matti Schmid uns bei der PGA Championship um die Ohren gehauen hat! Der 28-Jährige aus Deutschland holte sich auf der ganz großen Bühne einen phänomenalen geteilten vierten Platz. Nach vier Tagen intensiver Balljagd stand ein Score von -5 zu Buche. Zeitweise mischte Schmid sogar ganz vorne mit und war Führender. Eine Performance, die nicht nur für Aufsehen sorgt, sondern auch seine Entwicklung als Pro seit 2021 unterstreicht.
Schmidts Geheimwaffe: Das Putten
Wer sich fragt, wie Matti Schmid auf einer Major-Bühne bis in die Top 5 vorstoßen kann, muss nur auf die Putt-Statistiken schauen. Sein Putt-Spiel war die absolute Geheimwaffe und mit Abstand seine größte Stärke. Über das gesamte Turnier hinweg sammelte er beeindruckende +1.93 Schläge pro Runde allein auf dem Grün ein. Das ist ein Ausrufezeichen! Im Vergleich zu seiner 24-Monats-Baseline von +0.27 ist das eine Steigerung, die fast schon irreal wirkt. Er hat seine Stärke hier um mehr als das Siebenfache verbessert.
Doch nicht nur das Putten lief wie geschmiert. Auch sein Spiel rund ums Grün (Around the Green) war mit +0.58 Schlägen pro Runde richtig stark und hat ihm viele Bälle gerettet. Auch hier legte Schmid im Vergleich zu seinen üblichen -0.01 Schlägen eine Schippe drauf. Sein Annäherungsspiel (Approach) war mit +0.27 ebenfalls positiv und solide, was eine deutliche Verbesserung zu seiner Baseline von -0.07 darstellt. Insgesamt ergibt sich ein T2G-Wert (Tee to Green) von +0.69 – eine Basis, die durch das überragende Putten zu einem Turnier-Total-SG von +2.62 pro Runde explodierte.
| Kategorie | PGA Championship SG | 24-Monats-Baseline SG | Differenz |
|---|---|---|---|
| Total | +2.62 | +0.25 | +2.37 |
| Off the Tee | -0.16 | +0.05 | -0.21 |
| Approach | +0.27 | -0.07 | +0.34 |
| Around the Green | +0.58 | -0.01 | +0.59 |
| Putting | +1.93 | +0.27 | +1.66 |
| T2G | +0.69 | -0.03 | +0.72 |
Wo das Eisen klemmte: Off the Tee und ein Ausreißer im Approach
Bei all den Stärken gibt es natürlich auch immer Bereiche, in denen Schläge liegen blieben. Matts Schmid hatte auf dem Aronimink Golf Club mit seinem Spiel vom Abschlag (Off the Tee) zu kämpfen. Mit -0.16 Schlägen pro Runde verlor er in dieser Kategorie an Boden, wo er normalerweise mit +0.05 sogar leicht im Plus ist. Hier ist noch Luft nach oben, um den Ball konstanter in die optimalen Positionen zu bringen.
Besonders in der entscheidenden Schlussrunde zeigte sich eine deutliche Schwäche im Annäherungsspiel. Während Matti insgesamt im Approach positiv war, brach dieser Wert in Runde 4 mit -2.14 Schlägen massiv ein. Trotz einer sehr guten Putt-Performance in dieser Runde (+2.33) konnte dieser Einbruch nicht komplett kompensiert werden, was am Ende entscheidende Schläge kostete und dazu führte, dass sein Vorsprung zum nächsten Spieler um zwei Schläge schrumpfte.
Achterbahn der Emotionen: Die Runden-Analyse
Der Weg zum geteilten vierten Platz war alles andere als ein Spaziergang. Matti Schmid startete mit einer soliden 69 in das Turnier, nahm aber in Runde 2 mit einer 72 etwas den Fuß vom Gas. Der eigentliche Paukenschlag gelang ihm dann in Runde 3: Eine sensationelle 65! Diese Hammer-Runde katapultierte ihn ins Rampenlicht und machte ihn zwischenzeitlich zum geteilten Führenden. Eine Leistung, die von unglaublicher Präzision und Nervenstärke zeugt.
In der Schlussrunde spielte Schmid erneut eine 69, was an sich ein gutes Ergebnis ist. Allerdings zeigt die detaillierte SG-Analyse für Runde 4, dass der Schein trügt. Während sein Off the Tee Spiel mit +0.08 positiv war und sein Spiel rund ums Grün (+1.35) sowie sein Putten (+2.33) erneut glänzten, war das Annäherungsspiel mit -2.14 Schlägen ein echter Ausreißer nach unten. Trotz dieser Schwäche eine 69 zu spielen, zeugt von starker Kompensation und Kampfgeist.
Der Saisonkontext: Sprungbrett für Großes
Dieser T4-Platz bei der PGA Championship ist weit mehr als nur ein gutes Ergebnis. Es ist ein echtes Statement. Mit seinem OWGR von #65 und einem DG-Rank von #104 vor dem Turnier war das eine Performance, die ihn massiv in den Rankings nach vorne bringen wird. Sein Turnier-SG von +2.62 ist Welten entfernt von seinem 24-Monats-Skill-Estimate von +0.28. Das bedeutet, Matti Schmid hat sein Skill-Level bei diesem Major um ein Vielfaches übertroffen.
So ein Resultat bei einem Major sichert nicht nur ein ordentliches Preisgeld, sondern auch wichtige Punkte für die Tour Card und zukünftige Startplätze bei den ganz großen Events. Es beweist, dass Matti Schmid nicht nur mithalten, sondern auch um die Spitze mitspielen kann. Mit seinen 28 Jahren und einer Pro-Karriere, die erst 2021 begann, hat dieser Mann noch eine Menge Holz vor der Hütte und das Potenzial, den deutschen Golfsport in den kommenden Jahren zu prägen. Die Tour darf gespannt sein, was noch alles von Matti Schmid kommt.


