
Die erste Runde des PGA Tour Memorial tournament lieferte direkt ein Vierer-Gespann an der Spitze, darunter die US Open-Champions Wyndham Clark und JJ Spaun, die sich die Führung mit Tommy Fleetwood und Ryan Gerard teilten.
Führungs-Quartett mit Glanzmomenten
Spaun, der in zwei Wochen seine US Open-Titelverteidigung in Shinnecock Hills angeht, legte eine Hammer-Runde von 67 Schlägen mit fünf unter Par hin, garniert mit sechs Birdies auf dem Muirfield Village-Kurs in Dublin, Ohio. Besonders sein Annäherungsschlag an der 18, nur einen Fuss von der Fahne entfernt, sicherte ihm den geteilten ersten Platz. 'Ich glaube, ich habe heute mental richtig gut gearbeitet', gab er zu Protokoll, sichtlich erleichtert, sich nach den Bogeys an der 11 und 12 wieder an die Spitze gekämpft zu haben. 'Als ich an der 11 und 12 Schläge zurückgegeben habe, hätte die Runde schnell kippen können. Aber ich bin drangeblieben.'
Wyndham Clark zeigte eine ähnlich richtig starke Leistung aufs Grün: Ein 45-Fuss-Eagle-Putt von der Fringe an der 15 war der absolute Hingucker, dazu kamen fünf Birdies für seine 5-unter-Runde. Ryan Gerard zeigte sich derweil von seiner Achterbahnfahrt-Seite: Ein Eagle, acht Birdies, aber auch drei Bogeys und ein Double Bogey – volle Dramatik am ersten Tag!
Tommy Fleetwood aus England spielte mit fünf Birdies und keinerlei Bogeys eine saubere Runde. Sein Kurzspiel war dabei Gold wert, besonders weil er nur sieben Grüns in Regulation traf – ein Paradebeispiel dafür, wie man sich auch mit unkonventionellem Weg an die Spitze spielt. Fleetwood selbst blieb nach der Runde bescheiden: 'Ich habe einfach gescort', meinte er lapidar. 'Habe alles aus der Runde rausgeholt. Ein paar schlechte Schläge sind mir durchgegangen, und ein paar Mal hat der Ball die Fahne geküsst, als er eigentlich schon vorbeigehen sollte. Mit meinen Eisen vom Fairway war ich nicht hundertprozentig zufrieden, aber fünf unter Par – so schlecht kann's ja nicht gewesen sein!'
Rory und Scottie kämpfen sich durch
Auch Masters-Champion Rory McIlroy hatte einen echten Fehlstart hinzulegen. An der Par-4 dritten Bahn landete sein Annäherungsschlag vom Fairway direkt im Wasser – ein Double Bogey war die unschöne Konsequenz. Der Weltranglistenzweite schüttelte diesen Schock aber schnell ab und konterte mit Birdies an der Fünf, Sechs und Sieben, sowie einem weiteren an der Vierzehn. Ein Bogey zum Abschluss drückte seine Runde auf eine solide 71er-Parade mit einem unter Par.
Rory sah das Ganze sportlich: 'Ich hatte das Gefühl, größtenteils ziemlich gut gespielt zu haben', resümierte er. 'Besonders nachdem ich das Double an Loch drei kassiert hatte, war es gut, den Rest der Runde drei unter Par zu spielen.' Er betonte die Schwierigkeit des Platzes: 'Es ist ein harter Kurs. Man muss sich auf jeden Schlag konzentrieren. Die Grüns sind schon sehr fest, sehr schnell. Wenn du über dem Loch bist, wird’s richtig knifflig. Ich würde gerne ein paar mehr Fairways treffen, um mir mehr Chancen aus dem Kurzgras zu geben, aber alles in allem ist es keine schlechte Punktzahl, um darauf aufzubauen.'
Der Weltranglistenerste Scottie Scheffler, der amtierende Champion der letzten beiden Jahre bei diesem von Jack Nicklaus gehosteten Event, legte einen noch holprigeren Start hin. Scheffler will als Erster seit Steve Stricker, der die John Deere Classic von 2009 bis 2011 dreimal in Folge gewann, dasselbe Turnier dreimal in Serie für sich entscheiden. Seine 73er-Runde mit eins über Par beinhaltete zwei Bogeys und ein bitteres Double Bogey an der Par-3 Sechzehn, wo sein Abschlag direkt im Wasser landete.
Scheffler zeigte zwar Kampfgeist und holte sich an der Siebzehn sein drittes Birdie des Tages, gab aber offen zu, von den unberechenbaren, böigen Winden, die die späten Starter empfingen, frustriert gewesen zu sein. 'Alles, was du tun kannst, ist zu versuchen, gute Schläge zu machen', sagte er. 'Es kann manchmal sehr frustrierend sein, wenn du das Gefühl hast, gute Schläge zu machen, und dann landest du in der Drop Zone.'


