
Rose rockt Torrey Pines: Hammer-Runde bringt satten Vorsprung!
Justin Rose hat am Samstag mal wieder ordentlich abgeliefert auf dem knackigen South Course von Torrey Pines. Mit sieben Birdies und einer 68 (-4) holt er sich einen fetten Sechs-Schläge-Vorsprung bei der US PGA Tour Farmers Insurance Open.
Der 45-jährige Engländer startete wie die Feuerwehr und ließ sich auch auf den anspruchsvollen Back Nine von Torrey Pines nicht die Butter vom Brot nehmen. Nach 54 Löchern steht er damit bei einem unglaublichen Gesamtergebnis von 21 unter Par und 195 Schlägen.
„Ich glaube, das war die beste Runde der Woche vom Tee bis zum Grün“, kommentierte Rose selbstbewusst. Kein Wunder, hat er doch schon zwölf US-Tour-Titel auf dem Konto, inklusive eines Sieges 2019 – und zwar genau hier in Torrey Pines. Das ist mal eine Ansage!
Zwischenzeitlich führte Rose sogar mit satten acht Schlägen! Am Ende des Tages lagen aber immer noch sechs Schläge zwischen ihm und dem US-Boy Joel Dahmen, der mit fünf Birdies und nur einem Bogey ebenfalls eine 68 ins Clubhaus brachte und bei 201 Schlägen liegt. Richtig stark von Dahmen, aber Rose war einfach eine andere Liga.
Auf dem dritten Rang teilen sich Japans Ryo Hisatsune (68) und Südkoreas Kim Si-woo (69) mit insgesamt 203 Schlägen die Position. Da ging es also auch richtig zur Sache!
Rose hatte ja bereits einen 36-Loch-Turnierrekord mit 17 unter Par aufgestellt und startete mit vier Schlägen Vorsprung in den Tag. Er knüpfte nahtlos an seine Performance an und markierte direkt an Loch 2 ein Birdie, indem er seinen Annäherungsschlag sechs Fuß vom Stock entfernt festnagelte. An Loch 5 wiederholte er das Spielchen und startete damit eine Serie von drei Birdies in Folge – an der Sechs lochte er aus 33 Fuß mit zwei Putts und an der Sieben legte er seinen Annäherungsschlag wieder ganz nah an die Fahne. Läuft bei ihm!
Nach einem weiteren Sechs-Fuß-Birdie-Putt an Loch 10 führte Rose sogar mit acht Schlägen, bevor er durch Back-to-Back-Bogeys an der 11 und 12 etwas eingebremst wurde. Kleine Dämpfer, aber wer hat die nicht? Aber der Mann weiß, wie es geht: An der Par-5-13 riss er das Ruder wieder herum und spielte ein Birdie, obwohl er das Grün verpasste. Er zauberte einen Chip aus dem dichten Rough von weit unterhalb des Grüns auf drei Fuß an den Stock. Was für ein Shot! An der Par-3-16 musste er zwar nochmal einen Schlag abgeben, weil er sich aus einem Grünbunker nicht Up and Down retten konnte, krönte seine Hammer-Runde aber mit einem Birdie an der Par-5-18. Chapeau!
„Selbstzufriedenheit? Kenne ich nicht!“, sagte Rose mit Blick auf den morgigen Sonntag. „Man hat immer genug Respekt vor dem Golfsport im Hinterkopf, dass man am nächsten Tag wieder alles richtig machen muss.“ Die mentale Stärke, Leute! „Jemand kann immer eine Hammer-Runde raushauen, also musst du auf diesem Golfkurs auch eine ziemlich gute Punktzahl abliefern. Das ist meine Mentalität.“ Recht hat er!
Apropos Comeback: Fünffach-Major-Sieger Brooks Koepka, der sich in seinem ersten PGA Tour Start (nachdem er 2022 zum renegaten LIV Golf Circuit wechselte und sich in diesem Turnier erstmal ins Cut kämpfen musste) wieder am Start war, unterschrieb eine 73 (+1). Er beendete den Tag auf einem geteilten 61. Rang mit zwei unter Par (214 Schlägen). Nicht die Explosion, die man sich vielleicht erhofft hätte. Koepka, der ja einer der prominentesten Namen war, die zur viel diskutierten LIV League gewechselt sind, hatte im Dezember seinen Abschied vom saudisch finanzierten Circuit verkündet. Seine Rückkehr auf die PGA Tour wird durch ein neues Programm für Rückkehrer ermöglicht, das aber auch Einschränkungen bei der Startberechtigung für Top-Events und finanzielle Strafen mit sich bringt. Harte Ansage, aber so sind die Regeln.
Der US-Star bekam trotzdem wieder herzlichen und unterstützenden Applaus von den Zuschauern, hatte aber seine Probleme auf dem Grün. Unter anderem kassierte er an seinem zweiten Loch, der 11, ein Double Bogey, wo er aus nur vier Fuß tatsächlich drei Putts brauchte. Autsch! Das tut weh. Zwar spielte er im Laufe des Tages fünf Birdies, beendete seine Runde aber mit einem Drei-Putt-Bogey aus nur drei Fuß an der 18. "Wenn du ein paar Mal danebenliegst, hast du einfach null Selbstvertrauen", resümierte Koepka nach der Runde. "Ich hake das einfach als schlechten Tag ab, bin aber mit allem anderen zufrieden." So ist das Golferleben eben.


