
Ein echter Kampf auf dem Grün! Beim Arnold Palmer Invitational schmolz Daniel Bergers Führung am Samstag auf mickrige zwei Schläge. Ein echt harter dritter Tag, unterbrochen vom Regen. Während Berger ins Schwitzen kam, hatte die Nummer eins der Welt, Scottie Scheffler, einen schweren Stand und Rory McIlroy musste wegen Rückenschmerzen die Segel streichen.
Da ging’s richtig zur Sache mit dem Wetter! Eine Viertelstunde lang goss es wie aus Eimern in Floridas Bay Hill. Das Spiel war für eine Stunde unterbrochen, die Grüns standen unter Wasser. Die Platz-Crew musste im Eiltempo ran, um das Schlimmste zu verhindern.
Vor der Zwangspause führte Berger – ein vierfacher PGA Tour-Sieger, der seit fünf Jahren auf seinen nächsten Titel wartet – noch mit satten sechs Schlägen. Doch nach der Unterbrechung wurde es auf der 13 echt brenzlig: Sein Ball blieb auf wundersame Weise im dicken Rough am Rande des Wassers hängen. Puh, Glück gehabt!
Trotzdem gab's am Ende nur ein Bogey nach zwei Putts. Nur 15 Löcher konnte er noch fertig spielen, dann kam die Dunkelheit und die Verfolger witterten Morgenluft.
Sein Flight-Partner Akshay Bhatia lochte noch einen Birdie in der Dämmerung auf der 16. Berger hingegen ließ seinen Eagle-Putt auf demselben Grün lieber bis Sonntag liegen. Taktik oder Nervenflattern? Man wird sehen.
„Die Sechzehn war quasi ein Muss“, so Bhatia, „es macht einfach Bock, in der Jagd dabei zu sein.“
Zwei Schläge dahinter lauerte Sepp Straka, der eine 66er-Runde ablieferte – Tagesbestwert, Leute! Der Österreicher teilte sich den 3. Platz mit Collin Morikawa und Cameron Young. Letzterer legte eine richtig starke 67 aufs Parkett, inklusive vier Birdies in Serie rund um den Turn. Chapeau!
Morikawa meinte, es könnte sogar ein Vorteil sein, seine dritte Runde gerade noch so beendet zu haben. Die Führenden müssen nämlich am Sonntag früh raus, um ihre Runde zu Ende zu spielen. „Einfach ausschlafen zu können und den Tag in Ruhe anzugehen, das gibt einen riesigen Schub für die Routine und das Momentum“, so seine Einschätzung.
(Wenn Golf dich fertig macht)
Vor dem Start der dritten Runde dann der Schock: Rory McIlroy zog sich zurück. Der Grund: Probleme mit dem unteren Rücken. Die Nummer zwei der Welt erklärte in einem Statement, er habe beim Aufwärmen im Gym ein „kleines Zwicken“ im Rücken gespürt. „Als ich dann auf der Range vor der Runde Bälle schlug, wurde es schlimmer und entwickelte sich zu Muskelkrämpfen im unteren Rücken“, so der Superstar aus Nordirland. „Leider kann ich nicht weiterspielen und muss zurückziehen.“
McIlroys Ausstieg kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt in der Saison. Der fünffache Major-Sieger sollte eigentlich im nächsten Monat seine Titel bei der Players Championship im TPC Sawgrass und beim Masters in Augusta verteidigen. Das tut weh!
Apropos Achterbahnfahrt: Scottie Scheffler lieferte sich auch diesmal wieder eine, nachdem er am Vortag seinen Ball frustriert ins Wasser am 18. Grün pfefferte. Drama pur!
Scheffler begann den Samstag mit einer Serie von Bogeys, zauberte dann vier Birdies in Folge auf den Back Nine, nur um mit einem Doppel-Bogey zu finishen. Typisch Golf, oder?
Er wählte auf dem letzten Loch eine aggressive Linie aus dem knietiefen Rough und fand das Wasser. Danach landete sein Ball auch noch im Bunker. „Wenn du hier ins Rough schlägst, weißt du nie, was dich erwartet“, so Scheffler. „Manchmal kriegst du den Ball noch aufs Grün. Und dann schau dir die Lage an, die ich hatte: Ich konnte den Ball keine 90 Yards weit schlagen, und das, obwohl ich in Sachen Schwunggeschwindigkeit eigentlich nicht gerade schwach bin.“
Das Endergebnis: Eine ereignisreiche 72, die Scheffler genau da zurückließ, wo er angefangen hatte: drei unter Par. Ein Nullsummenspiel. „Ziemlich auf und ab, würde ich sagen“, fasste Scheffler zusammen und scherzte: „Golf ist eben ein Spiel, das dich fertig macht.“


