
Das LIV-Exit-Dilemma: Wer geht, wer bleibt – und vor allem: Wie?
Es geht nicht nur darum, wer wechselt, sondern vor allem, wie. Die Debatte um die LIV Golf-Abtrünnigen kocht hoch, und Paul McGinley bringt es auf den Punkt: Manche Spieler haben ihren Abgang vom traditionellen Tour-System dermaßen verkorkst, dass selbst eine Rückkehr schwierig wird. Andere wiederum zeigen, wie man professionell adé sagt – und das könnte ihnen jetzt die Tür zu einer zweiten Chance öffnen.
Der ehemalige Ryder Cup-Kapitän kritisiert insbesondere Sergio Garcia, Ian Poulter und Lee Westwood. Mitglieder seines europäischen Teams von 2014, die den Respekt gegenüber der DP World Tour vermissen ließen, als sie dem Lockruf des Geldes folgten. Sechs dieser 2014er Helden gingen zur LIV, doch laut McGinley zeigte "keiner" davon die nötige Anmut. Ein Louis Oosthuizen hingegen, obwohl ebenfalls bei LIV am Start, verabschiedete sich Berichten zufolge mit deutlich versöhnlicheren Worten. Eine ganz andere Hausnummer.
Kehrtwende mit Krachern?
Jetzt, da LIV Golf ins Wanken gerät und die Zukunft ungewisser denn je scheint, vollziehen einige dieser Herren die Kehrtwende. Sergio Garcia, 46 Jahre alt, bestätigt seinen LIV-Abschied, um 2027 zur DP World Tour zurückzukehren. Auch ein Ryder Cup-Comeback und eine Rückkehr zur PGA Tour stehen im Raum. Er spricht von der DP World Tour als „Heimat“. Doch seine früheren öffentlichen Frustrationen über die traditionellen Touren verfolgen ihn. Kommentatoren fragen sich, ob sein abrupter 2022er-Exit jemals ganz vergessen sein wird. Auch Ian Poulter hat seinen LIV-Ausstieg verkündet, betont aber, seine Karriere sei noch lange nicht am Ende.
Loyalität: Ein hoher Preis
Die Unsicherheit rund um LIV Golf – Stichwort Chapter 11 und abgezogene Direktfinanzierung durch den Saudi Public Investment Fund – zwingt viele zur Neuorientierung. Nur etwa 15 bis 20 Spieler sollen sich Ende Oktober 2026 noch zur LIV-Variante ab 2027 bekannt haben. McGinleys Worte hallen nach: Hätte man den Abgang diplomatischer gestaltet, wären jetzt vielleicht die Türen für zukünftige Rollen – wie die eines Ryder Cup-Kapitäns, von denen Poulter und Westwood geträumt haben dürften – noch offen. Loyalität und die Art des Abschieds haben eben ihren Preis, auf dem Grün und abseits davon.


