
"Das Wachstum des Golfsports ist nicht unsere Aufgabe!" Mit dieser Granate hat Guy Kinnings, der Chef der DP World Tour, eine echte Grundsatzdebatte losgetreten. Mitten in der DP World India Championship 2026, kurz nachdem Rory McIlroy sein Engagement auf dem Subkontinent verteidigen musste, stellt Kinnings die Rolle der großen Profitouren auf den Prüfstand.
Für Kinnings ist klar: Die DP World Tour ist da, um erstklassige Profiturniere für ihre Mitglieder zu organisieren. Die Nachwuchsförderung oder das Anlocken neuer Golfer sei Sache von Organisationen wie der R&A oder Initiativen wie Nick Faldos Juniorenprogrammen. Er sieht die Profi-Touren als Inspirationsquelle, die das Feuer entzündet, während andere es dann am Laufen halten müssen.
McIlroy im Kreuzfeuer
Genau hier knallt es mit Rory McIlroy. Der musste sich erst kürzlich den Fragen von Kevin Kisner stellen, der anzweifelte, ob McIlroys globales Engagement wirklich von Herzen kommt – oder doch eher von einem kolportierten Antrittsgeld von satten 10 Millionen Dollar. Rory konterte souverän: Man kann für einen Auftritt bezahlt werden und trotzdem ein echtes Interesse daran haben, den Sport in Schwellenländern voranzutreiben. Indien mit seiner riesigen Mittelschicht sei eine Riesen-Chance für den Golfsport, so sein Argument.
Grundsatzdebatte auf dem Grün
Die Aussagen von Kinnings schärfen diesen Konflikt ungemein. Während McIlroy Star-Auftritte in neuen Märkten als integralen Bestandteil der globalen Expansion sieht, trennt der DP World Tour-Chef gnadenlos zwischen professionellem Wettbewerb und der Basisarbeit. Es geht also nicht mehr darum, ob Elite-Turniere Aufmerksamkeit erregen, sondern wer dafür verantwortlich ist, diese Aufmerksamkeit in neue Golfer umzumünzen. Passend dazu wurde am 19. Oktober 2026 bekannt, dass LIV Golf-Spieler ab 2027 nicht mehr auf der DP World Tour antreten dürfen – ein klares Statement in dieser sich zuspitzenden Landschaft des Profigolfs.


