
Rory McIlroy hat den Finger tief in die Wunde gelegt: LIV Golf hatte aus seiner Sicht nur eine halbe gute Idee, aber stattdessen die gigantischen Finanzen sinnlos verbraten. Anstatt strategisch ins gesamte Golf-Ökosystem zu investieren, wurde das viele Geld lieber an ohnehin schon reiche Tour-Profis ausgeschüttet – eine verpasste Jahrhundertchance, die jetzt auf die Füße fällt.
Seine Vision für ein erfolgreiches Liga-Modell wäre eine enge Kooperation mit den etablierten Golf-Verbänden gewesen, gepaart mit breiteren Investitionen in die Entwicklung des Sports. McIlroy impliziert, dass LIV das Kapital hätte nutzen können, um vernachlässigte Märkte zu entwickeln und Golf global zu stärken, anstatt nur als reine Konkurrenz-Liga für die besten Spieler zu agieren. Das wäre richtig stark gewesen.
Pleite, Pech und Pannen: Das LIV-Desaster 2.0
Die Realität hat McIlroys Analyse jetzt eingeholt: LIV Golf meldete bereits im September 2026 Insolvenz nach Chapter 11 an, nachdem der Public Investment Fund aus Saudi-Arabien seine Multi-Milliarden-Unterstützung einstellte. Zwar versucht die Liga jetzt mit "LIV 2.0", Spielerbeteiligungen und einem angeblichen Finanzpaket von bis zu 300 Millionen US-Dollar von BC Partners Credit einen Neustart, aber McIlroy sieht schwarz.
Er hält es für „sehr schwierig“, dass LIV aus dieser Schieflage wieder herausfindet, und geht davon aus, dass die Liga keine ernsthafte Bedrohung mehr für die PGA Tour und DP World Tour darstellt. Hinzu kommt ein massives Problem bei der Spielerbindung: Jon Rahm hat bereits abgewunken, und auch andere ehemalige LIV-Spieler wollen angeblich nicht mehr am Start sein. Die Deadline für die Spieler, sich der umstrukturierten Liga für die angestrebte Saison 2027 zu verpflichten, ist der 25. Oktober 2026.
Die verpasste Chance
McIlroys Urteil ist schonungslos: Die Chance war da, mit Events in Australien oder Südafrika neue Märkte zu erobern. Doch die miserable Ausführung und die maßlos überteuerte Spieler-Rekrutierungsstrategie haben das Projekt letztendlich gekillt. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass selbst mit unbegrenzten Mitteln ein schlechter Plan in den Sand gesetzt werden kann.


