
Jon Rahm packt seine Koffer: Der spanische Golfstar macht Schluss mit der ins Straucheln geratenen LIV Tour. Wie aus am Mittwoch eingereichten Gerichtsunterlagen hervorgeht, lässt der 31-Jährige dafür ordentlich Federn. Er verzichtet auf sämtliche finanzielle Forderungen gegen die Serie – im Gegenzug für die Rückgabe seiner Namens- und Bildrechte.
Noch muss Richter Michael Kaplan vom US-Insolvenzgericht in New Jersey seinen Segen geben – die finale Entscheidung wird im November erwartet. Schon letzte Woche hatte Rahms Anwalt klargemacht: Unter den vorgeschlagenen neuen Finanzierungsbedingungen würde sein Mandant keinen weiteren Abschlag auf der LIV Tour machen.
Dabei ist Rahm kein Nobody: US-Open-Sieger von 2021, Masters-Champion von 2023 und jemand, der auf der LIV Tour auch abgeliefert hat. Vier Titel holte er sich dort: 2024 triumphierte er in Großbritannien und Chicago, in 2026 sackte er die Siege in Hongkong und Mexiko-Stadt ein.
Die Geburt der LIV Tour im Jahr 2022 hatte das Profigolf in zwei Lager zerrissen. Rahm war – neben Bryson DeChambeau – einer der ganz Großen, der der traditionsreichen PGA Tour die kalte Schulter zeigte und sich der Saudi-finanzierten Serie anschloss. Ein echter Coup für LIV damals.
Fünf Monate, nachdem der saudi-arabische Staatsfonds PIF – ihres Zeichens Hauptgeldgeber – seinen Rückzug ankündigte, hat LIV im September 2026 den Insolvenzantrag in den USA eingereicht. Die Unterlagen zeigen: Verbindlichkeiten von bis zu einer Milliarde US-Dollar könnten auf LIV lasten, darunter auch die Gagen für so manchen Starspieler. Das ist mal eine Ansage.
Doch die Show ist noch nicht vorbei: In das Projekt, in das der Staatsfonds einst geschätzte fünf Milliarden Dollar pumpte, soll es tatsächlich weitergehen. Unter dem Label „LIV 2.0“ will man mit einem neuen Investor neu durchstarten. Die Verantwortlichen haben einen abgespeckten Spielplan mit deutlich reduzierten Preisgeldern skizziert, Turniere auf fünf Kontinenten sind geplant – von Australien über Südafrika, Mexiko, England, Hongkong bis in die USA.


