
Die PGA Tour kippt ihr 42 Jahre altes Champions Tour Pensionsprogramm – und liefert damit LIV Golf eine Steilvorlage, die den Überlebenskampf der Liga neu anfachen könnte. Während die alte Garde der Senioren-Tour nun ohne den finanziellen Anreiz auskommen muss, wittert LIV die Chance auf frisches Blut für eine mögliche Zukunft.
Die Entscheidung der PGA Tour, die Champions Tour Rente vollständig zu streichen, spart der Liga jährlich rund 10 Millionen US-Dollar. Der Fonds, der 2025 von 10 Millionen auf 8 Millionen US-Dollar schrumpfte, ist damit Geschichte. Für Spieler über 50, die die Mitgliedschaft in der Champions Tour und die damit verbundenen Pensionsleistungen bisher als attraktive Langzeitmotivation sahen, ist das ein Schlag ins Kontor. Genau hier könnte LIV ansetzen und Top-Namen wie Sergio Garcia, Ian Poulter oder Lee Westwood eine Alternative für ihre späten Karrierejahre schmackhaft machen.
Das kleine, aber feine Fenster
Doch so vielversprechend diese Tür für LIV auch erscheinen mag, sie ist eher ein kleiner Spalt. Die Liga steckt immer noch tief im Chapter 11 Insolvenzverfahren, nachdem Saudi-Arabiens Public Investment Fund seine langfristige Unterstützung zurückgezogen hat. Zwar gab es eine Zwischenfinanzierung von 49,6 Millionen US-Dollar und eine Umstrukturierung mit bis zu 300 Millionen US-Dollar von BC Partners ist im Gespräch, doch die Lage bleibt angespannt.
Gerichtsunterlagen deuten darauf hin, dass LIV bis Ende Oktober entscheiden muss, ob „LIV 2.0“ 2027 startet oder der Spielbetrieb komplett eingestellt wird. Kürzlich hat LIV zudem die Verträge von 19 Spielern, darunter Bryson DeChambeau, aufgekündigt und sie so für andere Touren freigegeben. Jon Rahm hat sich bereits von LIV getrennt und wird am geplanten Wettbewerb 2027 nicht teilnehmen, obwohl eine Wiedereinstellung bei der PGA Tour noch nicht gesichert ist.
Der Gegenwind der DP World Tour
Erschwerend kommt hinzu, dass die DP World Tour kürzlich klargestellt hat, Spielern, die 2027 für LIV antreten wollen, keine Mitgliedschaft zu gewähren. Diese Ansage forciert weitere Abgänge und zwingt die Golfer, sich endgültig zwischen den Touren zu entscheiden. Die PGA Tour hat LIV damit zwar einen kleinen Hoffnungsschimmer geschenkt, doch die grundlegenden Probleme – Finanzierung, Spielerbindung und die drohende Schließung – sind damit noch lange nicht vom Grün.


