
Der Machtkampf im Profigolf erreicht eine neue Eskalationsstufe: LIV Golf wirft der DP World Tour eine „klare Einmischung“ in ihre Spieler-Verhandlungen vor und kocht damit die ohnehin schon hitzige Rivalität weiter hoch. Was für ein Drama, das sich da hinter den Kulissen abspielt, während LIV fieberhaft am Relaunch als „LIV Golf 2.0“ für 2027 bastelt.
Das Ganze kommt nicht von ungefähr: Die DP World Tour hat angekündigt, ab der nächsten Saison keine Mitgliedschaften oder bedingten Status mehr an Spieler zu vergeben, die bei LIV antreten. Das ist ein Knackpunkt, denn LIV-Anwalt Rob Fitzgerald wittert darin einen gezielten Störversuch, der nicht nur die Spielergespräche, sondern die gesamte Reorganisation von LIV torpedieren könnte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, aber das Timing lässt aufhorchen.
Die falsche Wahl am Abschlag?
Fitzgerald sprach von einer „falschen Wahl“, vor die die DP World Tour die Spieler stellt, und kritisiert die potenziellen wettbewerbswidrigen Praktiken. Auch wenn das reine Behauptungen von LIV sind, schwingt da ordentlich Zündstoff mit. Denn DP World Tour-CEO Guy Kinnings ist da knallhart: Entweder-oder. Schluss mit dem Luxus, Jon Rahm und Tyrrell Hatton konnten diesen Weg, über bedingte Releases auch auf der europäischen Tour am Start zu sein. Jetzt nicht mehr. Die Entscheidung könnte sogar die Qualifikation für den Ryder Cup im kommenden September beeinflussen – ein Hammer, der ordentlich Druck auf die Jungs ausübt.
Das Kartenhaus der Verträge
Für LIV ist die Situation alles andere als easy: Sie sind gerade mitten in einem Chapter 11 Restrukturierungsprozess und brauchen genügend Spielerzusagen für ihr 2027er Re-Branding. Das Finanzierungs-Paket, Gerüchten zufolge von BC Partners, steht und fällt mit der Spielerliste, die eigentlich bis zum 25. Oktober feststehen sollte – eine Deadline, die angeblich noch verschoben werden könnte. Gleichzeitig hat ein Insolvenzrichter am Mittwoch, dem 14. Oktober, die Ablehnung von 19 bestehenden LIV-Spielerverträgen genehmigt, darunter prominente Namen wie Bryson DeChambeau, Dustin Johnson, Cameron Smith und Bubba Watson. Das befreit LIV von diesen Verpflichtungen, aber wo diese Stars 2027 wirklich am Abschlag stehen, ist damit noch lange nicht geklärt.

