
Das war mal wieder ein Schlagabtausch, aber nicht auf dem Grün, sondern verbal: Kevin Kisner hat Rory McIlroys Begründung für seinen Start bei der DP World India Championship knallhart zerlegt und dessen Kommentar als "völlig daneben" bezeichnet. Die PR-Floskel, er sei hauptsächlich da, um den Golfsport in Indien zu fördern, scheint Kisner so gar nicht zu schmecken.
Kisner machte im Fore Play Podcast keine halben Sachen und legte die Karten auf den Tisch: Für ihn geht es Rory primär um die angeblichen $10 Millionen Antrittsgage. Die Rede vom "Wachstum des Sports" sei lediglich ein Teil des Appearance-Fee-Scripts, das Spieler bei solchen Events abspulen. Kisner konnte sich auch das "Give me a break" nicht verkneifen, denn auf dem Delhi Golf Club ist Rorys Driver, seine größte Waffe, kaum einsetzbar – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Der Kampf um die Krone (und Kohle)
Trotz dieser Nebengeräusche war Rory am Start der DP World India Championship und legte eine solide Zwei-unter-Par-70 hin, genau wie Titelverteidiger Tommy Fleetwood. Ein Auftakt, der zeigt, dass der Nordire sportlich fokussiert ist. Aber die Kritik Kisners sitzt, denn sie trifft den Kern der Debatte um Profigolf: Wie viel PR ist echt, und wo hört der Idealismus auf, wenn die Schecks fliegen?
McIlroy jagt schließlich den Race to Dubai-Titel, wo er aktuell als Dritter gelistet wird, während Patrick Reed angeblich die Führung hält. Kisners Kommentare sind dabei mehr als nur Geplänkel. Sie spiegeln die anhaltenden Spannungen wider, die den professionellen Golfsport zerreißen, besonders im Angesicht der anhaltenden Fehde zwischen PGA Tour, DP World Tour und LIV Golf. Rory selbst hatte kürzlich Zweifel am Überleben von LIV Golf geäußert. Kisner hat hier einen Nerv getroffen und die Debatte um Echtheit und Kommerz auf dem Golfplatz wieder angeheizt.


