
Die Golfwelt brennt, denn die Diskussion um den Golfball-Rollback spaltet selbst die Legenden der PGA Tour Champions. Ernie Els bezeichnete das Distanzproblem als "außer Kontrolle" und fordert im aktuellen Golfweek-Report vom 16. Oktober 2026 eine deutliche Reduzierung, um den Sport wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Doch nicht alle seiner Kollegen sehen das so und bieten eine nuanciertere Sicht auf das, was Golf wirklich braucht.
Der viermalige Major-Champion Els ist hier knallhart: Golf hat in den letzten drei Jahrzehnten geschätzt weitere 30 Yards (27.432 Meter) an Länge gewonnen. Er wettert, dass moderne Spieler mit einem 3er-Holz Distanzen erreichen, die früher dem Driver vorbehalten waren. Für ihn sind nicht nur die Scores, sondern auch die Seele der Plätze in Gefahr, denn Architekten entwarfen Grüns für rollende Bälle, nicht für Überflieger.
Alte Hasen, neue Regeln?
Auch Padraig Harrington schlägt sich auf die Seite der Rollback-Befürworter. Er fordert von den Regulierungsbehörden, eine "sehr harte Linie" gegen eine weitere Vereinfachung des Spiels zu ziehen. Seiner Meinung nach würde eine Distanzreduzierung den Freizeitgolfer kaum jucken, da deren Erwartungen eh relativ sind. Da geht es ums Prinzip, nicht um die schnelle Runde.
Nicht alle Stimmen auf der Champions Tour singen das gleiche Lied. Paul Goydos etwa ist weniger überzeugt vom Allheilmittel Rollback. Er sieht die Sache entspannter und fragt, ob nicht eher das Course-Setup oder andere Maßnahmen das Distanzproblem in den Griff bekommen könnten, ohne gleich den Ball zu ändern. Das zeigt: Selbst unter den alten Hasen gibt es einen Generationen- und Pro-Split, der diese Debatte richtig würzt. Die Entscheidung, ob die Kugel bald kürzer fliegt, wird noch für ordentlich Diskussionsstoff sorgen.


